Empörung in Kenia
Soldaten plünderten während Massaker Geschäfte
Auf den Videos sind uniformierte Männer zu sehen, die Ladentheken ausräumen und Geschäfte mit vollen Plastiksackerln in der einen, Gewehr in der anderen Hand verlassen. Laut der Nachrichtenagentur AP seien Handys aus Auslagen gestohlen, das Restgeld aus Kassen geleert sowie Alkohol eingepackt worden. Einige Soldaten hätten sogar auf Safes gefeuert, um sie zu knacken. Ein Uniformierter sei zudem beim vergeblichen Versuch, die Auslage eines Juweliers zu knacken, zu sehen.
Der viertägige Angriff der somalischen Terrorgruppe Al-Shabaab hatte am 21. September begonnen, offiziellen Angaben zufolge starben insgesamt 72 Menschen. Schon kurz danach beklagten Ladenbesitzer Plünderungen, die Regierung schob die Schuld jedoch auf die Bevölkerung - auch wenn nach Bekanntwerden der Attacke nur noch Sicherheitskräften und einigen wenigen Regierungsbeamten der Zutritt zum "Westgate" erlaubt war.
Polizist stahl Todesopfer die Geldbörse
Die Videos belegen nun, dass einige der oftmals schlecht bezahlten und als korrupt geltenden Beamten die Gunst der Stunde für kriminelle Aktivitäten nutzten. Doch nicht nur einige Soldaten dürften zugegriffen haben: Ein Polizist wurde inzwischen wegen Diebstahls angeklagt, weil er mit der blutigen Geldbörse und Kreditkarten eines Todesopfers der Attacke erwischt worden war.
Kenianer wütend - auch auf die Regierung
Besonders im Internet haben die Videos der plündernden Soldaten Empörung ausgelöst. "Kenianer arbeiten hart und zahlen alle Geld an die Regierung in Form von Steuern... Andere faulenzen in Barracken und warten auf Krieg, um die Toten und Sterbenden auszurauben", klagte etwa eine Twitter-Nachricht an, wie die Website "allAfrica" berichtete. Die Regierung müsse die Vorwürfe aufklären statt vertuschen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, so der Tenor vieler Kenianer im Netz.












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