"Wichtiger Schritt"

Lithium-Abbau in Kärnten startet mit Sammelbetrieb

Wirtschaft
15.10.2013 12:44
Ein weiterer Schritt zum Abbau des begehrten Rohstoffs Lithium auf der Kärntner Koralm ist getan. Die Global Strategic Metals NL, der 80 Prozent der Schürfrechte an der Mine auf der Weinebene bei Wolfsberg gehören, startet nun mit dem Sammelproben-Betrieb. Heimische Behörden hätten dies nach einem kürzlich erfolgten Besuch im Bergwerk genehmigt, teilte die börsenotierte australische Firma am Dienstag mit.

Man wolle der erste Lithium-Produzent in Europa werden. Vorerst wird die steirische Firma Grafitbergbau Kaisersberg aus St. Stefan ob Leoben, wie laut Australiern vertraglich fixiert, 500 Tonnen Proben unter anderem aus dem vorhandenen Glimmerschiefer aus dem Berg holen. "Es handelt sich um einen wichtigen Schritt für unser Unternehmen und auch für die Menschen in Wolfsberg, die unsere Bemühungen unterstützen, seit wir das Projekt erworben haben", sagt der Vorstandsvorsitzende der Firma aus "Down Under", Tony Sage.

Metallurgische Tests bis Ende November
Die Firma erwartet sich, dass die Sammelproben bis Ende November abgeschlossen werden. Danach werde man alle notwendigen Bedingungen erfüllen, die österreichische Behörden vorschreiben, um tatsächlich mit dem Abbau zu beginnen. Vorher werden aber noch die Sammelproben metallurgischen Tests unterzogen. Durch neue Technologien, insbesondere neue Mahltechniken, hofft man darauf, dass man Konzentrate besonders hoher Qualität aus dem Koralm-Material erzeugen kann.

Bau von Umwandlungsfabrik geplant
"Wenn die Mine in voller Produktion steht und wir Lithium-Produzent werden, kann die hundertprozentige Importabhängigkeit Europas bei Lithium enden", kündigt Sage an: "Die Nutzung von Lithium wird vor allem für Hightech-Industrien immer wichtiger."

Den "potenziellen Produktionsstart von Lithium Carbonat (Li2CO3)" sehen die Mineure nach letzten Angaben im Jahr 2016. Der Bau einer "Lithium-Carbonat-Umwandlungsfabrik" ist wie berichtet nahe Wolfsberg geplant. Man geht dabei von Kosten in Höhe von 125 Millionen Euro aus.

Schürfrechte zunächst um einen Schilling erworben
Die Schürfrechte kauften die Australier 2011 von der Kärntner Montanindustrie (KMI) um 10,25 Millionen Euro. Die KMI wiederum hatte die Rechte am Lithium 1992 um einen Schilling von der Bleiberger Bergwerksunion (BBU) gekauft. Das Vorkommen auf der Koralm gilt als eines der größten in ganz Europa. Samt Zone 2 sind nun rund 28 Millionen Tonnen Erz mit einem Durchschnittsgehalt von 1,6 Prozent Lithiumoxid nachgewiesen.

Lithium ist weltweit stark nachgefragt, das weiche Leichtmetall wird derzeit vor allem in Chile, Argentinien, den USA und China abgebaut. Lithium-Ionen-Akkus werden sowohl für Mobiltelefone und Laptops als auch als Speichermedien für Elektroautos verwendet. Es kann aber auch Schmierfetten beigegeben werden, um eine höhere Viskosität zu erreichen und findet auch in der Medizin Anwendung - um die Wirkung von Antidepressiva zu steigern.

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