Kriegsverbrecher tot

Argentinien nimmt Leiche von Priebke nicht

Ausland
12.10.2013 11:18
Argentinien will die sterblichen Überreste des am Freitag in Italien verstorbenen NS-Kriegsverbrechers Erich Priebke nicht annehmen. "Außenminister Hector Timerman hat den Befehl erlassen, nicht die geringsten Bestrebungen zur Rückführung der Leiche in unser Land hinzunehmen", teilte das Außenministerium in Buenos Aires über Twitter mit. "Argentinien wird diesen Affront gegen die Menschenwürde nicht akzeptieren."

Jüdische Organisationen im Lande begrüßten die Entscheidung. Der 100 Jahre alte einstige SS-Offizier, der als einer der letzten noch lebenden Nazi-Verbrecher galt, war in Rom gestorben (siehe Infobox) und sollte neben seiner Ehefrau in Argentinien beerdigt werden, wie sein Anwalt Paolo Giachini mitteilte.

Priebke stand in Giachinis Wohnung unter lockerem Hausarrest, nachdem er 1998 in Italien wegen eines Massakers im März 1944 zu lebenslanger Haft verurteilt worden war. Er war nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien geflohen und hatte zeitlebens keine Reue gezeigt.

Bis 1994 hatte Priebke 40 Jahre lang unbescholten unter seinem echten Namen in einem Badeort in Argentinien gelebt. Dann entdeckte ihn ein nach Nazis recherchierender US-Journalist, und der einstige SS-Offizier wurde nach Italien ausgeliefert und verurteilt. Doch nur ein Jahr später kam er wegen seines angeblich schlechten Gesundheitszustands und seines hohen Alters wieder aus dem Militärgefängnis und genoss seinen Hausarrest.

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