Doubelte Bin Laden
USA fassen Top-Mitglied von Al-Kaida in Libyen
Al-Libi, der aufgrund seiner Ähnlichkeit auch als Double für Osama bin Laden fungiert hatte, wird unter anderem eine Beteiligung an den Bombenanschlägen auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania im Jahr 1998 vorgeworfen, bei denen 224 Menschen starben. Die US-Regierung hatte ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt. CNN hatte bereits vor einem Jahr berichtet, Al-Libi sei in Tripolis gesehen worden. Es werde befürchtet, dass er in dem Land einen Ableger von Al-Kaida aufbauen solle.
Der Islamist wurde auf dem Heimweg vom Morgengebet vor seinem Haus gefangen genommen. "Mehrere Autos rasten von seinem Haus weg", schilderte ein Augenzeuge. "Sie entführten ihn. Wir wissen nicht, wer sie waren." Die libysche Regierung sei über den Einsatz informiert gewesen, heißt es aus dem US-Verteidigungsministerium. Al-Libi werde gegenwärtig an einem sicheren Ort von US-Militärs außerhalb Libyens festgehalten, schrieb Pentagon-Sprecher George Little beim Kurznachrichtendienst Twitter.
Navy Seals in Somalia im Einsatz
Eine US-Offensive gegen radikale Islamisten gab es am Samstag auch in Somalia. Die "New York Times" berichtete, ein Team der Spezialeinheit Navy Seals habe als Reaktion auf das blutige Geiseldrama in Kenia im südsomalischen Barawe die Strand-Villa eines hochrangigen Kommandanten der Islamisten-Miliz Al-Shabaab, die seit 2012 als regionaler Al-Kaida-Ableger gilt, angegriffen. Laut somalischen Sicherheitskreisen zielte der Einsatz auf einen aus Tschetschenien stammenden Anführer der Organisation ab.
Der Zeitung zufolge dauerte das Feuergefecht in Barawe über eine Stunde. Die US-Soldaten seien aus der Luft von Hubschraubern unterstützt worden. Die somalische Regierung sei in die Pläne eingeweiht gewesen, zitierte die "Times" einen Vertreter der Regierung in Mogadischu. Bei dem nächtlichen Einsatz wurden vermutlich fünf Al-Shabaab-Kämpfer, darunter ein hochrangiges Mitglied der Miliz, getötet. Ehe die Spezialtruppe dies endgültig prüfen konnte, hätte sie sich zurückziehen müssen, sagte ein US-Regierungsvertreter. Die Zielperson des Einsatzes konnte nicht gefasst werden.
Kerry: "Sie entkommen uns nicht"
US-Außenminister Kerry sagte am Rande des Asien-Pazifik-Gipfels in Indonesien, die Festnahme Al-Libis sowie der Einsatz in Somalia zeige die Entschlossenheit der USA, die Verantwortlichen für Anschläge festzunehmen. "Sie können flüchten, aber sie entkommen uns nicht." Ein Extremist nach dem anderen werde vor Gericht gestellt.












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