Fake aus Hongkong

Schicke Österreich-Mode als billiger China-Bluff

Burgenland
12.04.2025 06:00

Der Name der Firma ist ident mit einem rot-weiß-roten Familienbetrieb, nur ein „s“ fehlt. Das Detail wird leicht übersehen – Tausende Kunden bestellen, statt Qualitätsware wird jedoch „billige Wäsche“ aus Asien in die EU geliefert.

„Das ist purer Betrug!“ Voll in die Falle getappt ist ein Käufer aus dem Bezirk Neusiedl am See. Er schwört auf die Kollektionen einer traditionsreichen Salzburger Modefirma. Online bestellte er vor knapp drei Wochen zwei Sakkos um 173 Euro.

Räumung im Frühjahr
Klassische, stilvolle Kleidung, verbunden mit österreichischer Qualität – das erwartete sich der burgenländische Kunde, der in längeren Etappen immer wieder gerne auf das hochgeschätzte Angebot des renommierten rot-weiß-roten Familienbetriebes zurückgreift. „Großer Räumungsverkauf“, ließ die Entscheidung dieses Frühjahr noch leichter fallen.

Einen schweren Dämpfer erlitt das Modebewusstsein des Geschäftsmannes, als nun die Lieferung angekommen ist. „Ich habe diesen Anblick nicht für möglich gehalten. Die Ware war wie Schmutzwäsche in Plastiksackerln verpackt“, wunderte sich der treue Kunde. Der erste ernüchternde Eindruck bestätigte sich prompt, als der 55-Jährige die bestellten Sakkos in den Händen hielt.

„Schon bei der Berührung war klar, dass es sich bei diesen Bekleidungsstücken um minderwertige Ware handelt“, erinnert sich der Burgenländer mit Entsetzen. 

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Jetzt ist es mir wie vielen anderen Online-Kunden passiert, ich bin auf eine Fake-Seite hereingefallen.

Geschäftsmann aus Neusiedl am See

Firma in Konkurs
Nicht viel anders ist es Hans B. aus dem Bezirk Baden (NÖ) ergangen. Er hatte sich auf hochklassige Sommerblazer der bekannten Salzburger Modefirma gefreut, im Postfach lagen dann nach zwei Wochen „Jacketts, die ich nicht einmal für viel Geld anziehen würde“.

Der Empfänger forschte nach und stieß auf überraschende Details: „Die Original-Firma ist vor zwei Jahren in Konkurs geschlittert. Der jetzige Anbieter vermittelt aber über eine österreichische Domäne den Eindruck, genau dieses Unternehmen zu sein und verkauft wie gewohnt die Kollektionen.“

Laut den Beschwerden enttäuschter Kunden kam statt österreichischer Qualität billige Fake-Ware ...
Laut den Beschwerden enttäuschter Kunden kam statt österreichischer Qualität billige Fake-Ware aus Asien an.(Bild: Karl Grammer)

Wirbel um ein „s“
Der einzige feine Unterschied: Im Familiennamen des Modelabels kommt ein „s“ weniger vor. „Das fällt fast niemandem auf“, so der Niederösterreicher, der auf den Mode-Fake hereingefallen ist. Abgebucht wurde der Blazer-Preis über eine Bank in Hongkong. Die Ware kam aus Asien. Die getäuschten Kunden schickten eine Warnung an das benutzte Kreditkartenunternehmen. Eine Aufforderung zur Rückerstattung des überwiesenen Geldbetrages ging an die besagte Modefirma. Die Aussicht auf Erfolg dürfte sich in Grenzen halten.

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