Nach Rapid (2019) führte Didi Kühbauer auch den WAC ins ÖFB-Cup-Finale! An seinem 54. Geburtstag am gestrigen Freitag plauderte er mit der „Krone“ über seine größte Kritikerin, Schiris, Bücher und Motorräder. . .
Impulsiv und angriffslustig, sein Wesen steckt voller Enthusiasmus und er versteht es, andere mitzureißen – was Astrologen über das Sternzeichen Widder sagen, trifft auf dich haargenau zu. Hat man in einer derart stressigen Woche mit drei Spielen in acht Tagen überhaupt Zeit, den Geburtstag zu feiern?
Meine Ingrid ist seit Donnerstag in Wolfsberg, da waren wir am Abend sehr schön im Schloss Wolfsberg essen. Sie wollte eigentlich erst Freitagabend feiern – aber da musste ich natürlich Sturm – Rapid schauen
Wie hat die Gattin zum Finaleinzug gratuliert?
Sie ist meine größte und schärfste Kritikerin, war natürlich – mit unseren beiden Töchtern – live in Linz dabei. Ich hab sie nach dem Match auf der Tribüne ausfindig gemacht – da hat sie dann ihren verdienten Kuss bekommen.
Thema Siegesfeier nach dem ersten Finaleinzug des WAC. Darf man sich die lange Heimfahrt im Bus ähnlich intensiv wie das Semifinal-Match vorstellen?Zwei Bier waren erlaubt – außerdem haben wir einen Stockbus, da muss ich nicht alles sehen. Aber ich habe eine sehr clevere Truppe, die weiß, dass die Saison noch nicht vorbei ist, wir am Sonntag bei Austria Wien schon das nächste wichtige Spiel haben. Und was den Trainerstab betraf – wir müssen Sonntag nicht spielen
Wie jeden hat es wohl auch dich sehr überrascht, dass der Finalgegner Hartberg heißt.
Wer im Semifinale gewinnt, der hat sich das Endspiel in jedem Fall verdient. Unser größter Fehler wäre jetzt zu glauben, da das Finale im Klagenfurter Stadion sozusagen ein Heimspiel ist, dass es ein Selbstläufer wird – das wird’s ganz bestimmt nicht. Aber ich will noch gar nicht viel über Hartberg reden – im Moment interessiert mich einzig und allein unser Sonntagspiel in Wien.
Bei dem du dir – wie zuletzt schon in Salzburg – nach Gelb-Rot gegen Sturm wieder ein Platzerl unterm Tribünendach suchen darfst.
Nur soviel dazu: Ich habe in 19 Spielen drei Gelbe bekommen, darunter eine, die ich für die Bank kassiert habe – und dann in vier Partien von einem Herrn (Anmerkung: dem Wiener Julian Weinberger) dreimal Gelb und einmal Gelb-Rot. Ich weiß nicht, ob da nicht eine gewisse Antipathie dabei ist. Ich jedenfalls will keinen Krieg führen, ich will nur meine Ruhe, bin weit weg von meinem Verhalten wie vor zehn Jahren als ich mitunter regelrecht ausgetickt bin.
Wie entspannst du dich am besten?
Mit Lesen. Ich habe allein heuer sicher schon 25, 26 Bücher gelesen – quer durch den Gemüsegarten. Aktuell ist’s gerade ein Krimi, ich lese aber auch sehr viel Gegenwartsliteratur.
Und du bist ja begeisterter Motorradfahrer. Ist die BMW schon einsatzbereit?
Die wird nächste Woche ausgepackt, kommt dann auch gleich wieder zu mir nach Kärnten. Zum Heimfahren werde ich sie nicht benützen – 240 km nach Wulkaprodersdorf sind mir doch zuviel. Aber auf schöne, kurvige Strecken in den Kärntner Bergen, da freu ich mich schon.
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