26.07.2013 08:54 |

Gäste bedroht

Mit Panzerfaust bei "Cats"-Party: 960 Euro Geldstrafe

"Sie hätten einfach die Polizei rufen sollen", so die mahnenden Worte von Richterin Elisabeth Juschitz. "Man schultert nicht ein Panzerabwehrrohr und bedroht Personen", sagte Staatsanwältin Barbara Schwarz. Das muss auch der 40-jährige Familienvater einsehen, der Mitte Juni in Graz eine Feier der Darsteller und Helfer des Musicals "Cats" stürmte. Er wurde wegen versuchter Nötigung, nicht rechtskräftig, zu 960 Euro Geldstrafe verurteilt.

Ausgelassen, fröhlich und laut hatten die Mitwirkenden des Musicals am 17. Juni das Ende der erfolgreichen, knapp dreijährigen Tournee gefeiert. Doch das Ende der Party war abrupt und schockierend.

Ein Anrainer fühlte sich durch den Lärm der mehrere Wochen dauernden Aufführungen so sehr gestört, dass er ein Panzerabwehrrohr – es handelte sich dabei um ein sogenanntes Einmalgerät, das nach Abschuss unbrauchbar wird - schulterte und zum Areal der Veranstaltung marschierte. Dort forderte der 40-Jährige nachdrücklich, die Musik leiser zu drehen. Das brachte dem Mann, ein bosnischer Bodenleger, eine Anklage ein.

"Wollte, dass die Polizei kommt"
"Warum haben Sie das getan?", wollte die Richterin von dem unbescholtenen Familienvater wissen. "Ich wollte, dass die Polizei kommt", sagte der Angeklagte. "Schwachsinn!", schimpfte die Vorsitzende, "Die Polizei hätten Sie nur anzurufen brauchen."

Zweimal hatte er in der Nacht gebeten, dass die Musik leiser gedreht wird. Doch er wurde angeblich ausgelacht, auch sei ihm der Vogel gezeigt worden. "Ich wusste nicht mehr, was ich tun soll, also nahm ich das Panzerabwehrrohr." "Jetzt stellen Sie sich vor, Sie feiern lautstark Ihren Geburtstag, und dann kommt jemand damit auf der Schulter daher", entgegnete die Richterin. "Ich weiß, dass die Mitarbeiter Angst gehabt haben", so der 40-Jährige reumütig.

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