10.07.2013 14:12 |

Massive Zerstörung

Kanada: Clip zeigt Feuersbrunst nach Zugkatastrophe

Vier Tage nach der Zugkatastrophe in der kanadischen Kleinstadt Lac-Megantic ist am Mittwoch ein Amateurvideo aufgetaucht, das das gewaltige Ausmaß des Unglücks zeigt. Der führerlose Zug war entgleist, zahlreiche Waggons explodierten. Das Flammenmeer verwüstete weite Teile der Stadt, mindestens 15 Menschen kamen ums Leben, Dutzende werden noch vermisst. Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen des Verdachts auf Fahrlässigkeit.

Derzeit würden "Beweiselemente" gesammelt, anhand derer möglicherweise ein Strafrechtsverfahren eröffnet werde, teilte ein Sprecher der Provinzpolizei in Quebec mit. Gegen wen die Anschuldigungen erhoben werden könnten, sagte der Mann nicht.

Am Mittwoch wurde der Lokführer des Unglückszugs vom Dienst suspendiert. Der Mann werde bis auf weiteres nicht für sein Unternehmen arbeiten und auch kein Gehalt bekommen, erklärte der Chef der Bahngesellschaft. "Ich glaube nicht, dass er wieder für uns arbeiten wird."

Bahnunternehmen: Feuerwehr an Unglück schuld
Das US-Bahnunternehmen The Montreal, Maine & Atlantic hatte zuvor Feuerwehrmänner für das Unglück verantwortlich gemacht, die bei einem Zwischenstopp des 72 Waggons umfassenden Zugs einen kleinen Brand im Motor einer Lokomotive gelöscht hatten. Unternehmenschef Ed Burkhardt sagte der Zeitung "La Presse", die Feuerwehrleute hätten für die Löscharbeiten den Motor der Lok ausgeschaltet. Dadurch hätten sich die Bremsen gelöst und der Zug habe sich in Bewegung gesetzt. Der Chef der örtlichen Feuerwehr wies die Anschuldigung zurück.

Identifizierung durch gewaltige Zerstörung schwierig
Nach und nach können sich die Ermittler ein vollständiges Bild des Katastrophengebiets machen. Eine Fläche von zwei Quadratkilometern ist fast völlig niedergebrannt. Durch die massive Zerstörung ist auch die Identifizierung der 15 bisher gefundenen Leichen äußerst schwierig. Die Polizei bat alle Angehörigen von möglichen Opfern um Zahnbürsten, Haarbürsten oder Kopfbedeckungen der Vermissten, um einen DNA-Abgleich durchführen zu können. Rund 40 Menschen werden immer noch vermisst.

100.000 Liter Rohöl ausgeflossen - Ölpest droht
Nach dem Inferno in der 6.000-Einwohner-Stadt im Südosten Kanadas kämpfen die Behörden nun gegen eine drohende Ölpest im nahe gelegenen Sankt-Lorenz-Strom. Nach Angaben des Umweltministeriums sind bisher rund 100.000 Liter Rohöl aus den zerstörten Tankwaggons in einen Nebenfluss des Stroms geflossen. "Alle Ressourcen" würden eingesetzt, um zu verhindern, dass der Ölteppich den Sankt-Lorenz-Strom erreicht.

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