Rakete explodiert

Russland verliert drei Satelliten für "Glonass"-Navi

Wissenschaft
02.07.2013 08:57
Russland hat am Dienstag bei einer neuerlichen schweren Raumfahrtpanne eine Proton-Rakete mit drei Satelliten für sein Navigationssystem "Glonass" verloren. Die Trägerrakete stürzte kurz nach dem Start auf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab, wie die Agentur Interfax meldete. Ersten Erkenntnissen zufolge gab es Fehler im Antriebssystem der Rakete.

Das Gespann explodierte direkt über dem Gelände des Startkomplexes in der kasachischen Steppe, wie eine Übertragung auf der Website des russischen Raumfahrtkonzerns Roskosmos zeigte. Inzwischen sind zahlreiche Mitschnitte des Starts, der vom russischen Fernsehsender Rossija24 live übertragen wurde, und der Explosion auf YouTube erschienen.

Sie zeigen, dass die Rakete schon Sekunden nach dem Start in Schwierigkeiten geriet. Sie beschrieb eine Kurve und ging in einen nahezu waagerechten Kurs über, bevor sie schließlich auseinanderbrach und in einem gewaltigen Feuerball zu Boden stürzte.

Zahlreiche Gebäude in Baikonur evakuiert
Da sich das Personal des Weltraumbahnhofs zum Zeitpunkt des Absturzes in Bunkern aufhielt, habe es keine Opfer oder Verletzte gegeben, hieß es zunächst. Wegen des giftigen Treibstoffs seien allerdings in Baikonur zahlreiche Gebäude evakuiert worden, da von dem giftigen Raketenbrennstoff eine Gefahr für die Gesundheit ausgehen könne, berichtete Interfax.

Es war bereits die dritte Panne für die russische Raumfahrt in diesem Jahr. Schon 2010 hatte Russland bei einem Fehlstart gleich drei Satelliten für "Glonass" auf einmal verloren. Der Schaden wird laut Angaben des Senders Rossija 24 mit rund 200 Millionen US-Dollar (umgerechnet 153 Millionen Euro) beziffert.

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