Formel 1 am Limit

Wolff, Marko und Wurz warnen: „Es geht nicht mehr“

Formel 1
15.12.2024 12:30

24 Rennen hatten die Formel-1-Fahrer in der abgelaufenen Saison bestreiten müssen – acht mehr als noch vor elf Jahren. Während der Terminkalender in den kommenden Jahren sogar auf 25 Stationen wachsen könnte, warnte Toto Wolff nun: „Es geht nicht mehr.“ Helmut Marko und Alexander Wurz stimmen ihm zu ...

Von mehr Renn-Action verspricht sich die Formel 1 mehr Geld, allerdings auf Kosten der Teams, die unter den etlichen Flügen und verschiedenen Zeitzonen leiden. Vor allem der Triple-Header zu Saisonende (Las Vegas, Katar und Abu Dhabi) hätte den Mitarbeitern ihre Grenzen aufgezeigt. „Las Vegas ist brutal. Du siehst das Tageslicht nur ganz wenige Stunden, legst dich ins Bett, weißt nicht, ob du essen sollst oder nicht. Dann wachst du zu Mittag auf, oder ganz in der Früh, da waren wir alle unterschiedlich. Und das nimmt dich vom Rhythmus so mit, dass du dich davon kaum erholen kannst“, erinnerte sich etwa Mercedes-Teamchef Wolff am Sonntag im ORF. 

Mechaniker leiden am meisten
„Es ist über dem Limit. Und wir reisen ja noch bequem. Die Mechaniker, die auf- und abbauen, fliegen Economy. Man sieht in den Gesichtern der Leute jetzt: Es geht nicht mehr“, warnte der Wiener. TV-Experte Wurz kann sich Wolff nur anschließen, auch er findet: „Es ist zu viel. Mir wären 16 Rennen am liebsten. Einfach von der sportlichen Übersättigung her.“ Dem Ex-Fahrer ist allerdings auch bewusst, dass die Formel 1 seit einigen Jahren boomt und die Leute die Rennen sehen wollen – auch wenn es 24 oder noch mehr sind. 

Der Formel-1-Kalender wächst von Jahr zu Jahr.
Der Formel-1-Kalender wächst von Jahr zu Jahr.(Bild: Copyright 2024 The Associated Press. All rights reserved)

Zweite Crew?
Laut Concorde-Agreement sind 25 Rennen pro Saison die Obergrenze, die Veranstalter dürften also noch ein weiteres Wochenende im Kalender markieren. Red Bulls Motorsportberater Marko ist dagegen. „Ich glaube, 24 ist absolut an der Grenze. Wobei wir im Senior Management ja privilegiert sind. Aber man muss an die Mechaniker denken“, pflichtet der Steirer Wolff bei. Der 81-Jährige appelliert zumindest für eine neue Reihenfolge, um die Mitarbeiter zu entlasten. „Ich glaube, man muss die ganze Reihenfolge besser koordinieren, um diese 24 Rennen im Kalender zu halten. Das ist auch eine Umweltsache, dass man nicht kreuz und quer durch die Welt fliegt. Aber mehr als 24 ist aus meiner Sicht aufgrund der Belastung nicht möglich. Außer du fängst mit zwei Crews an.“

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