Wunsch an Regierung

Wirtschaftskammer: „Mit Märchen muss Schluss sein“

Burgenland
15.12.2024 15:50
Porträt von Burgenland-Krone
Von Burgenland-Krone

Die Wirtschaft deponiert Wünsche an die künftige Bundes- und Landesregierung: Keine neuen Steuern, weniger Bürokratie und „Belohnungen“ für die „Fleißigen“.

Weniger „Bremsklötze“ und mehr Miteinander fordert Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Wirth von der Politik. Denn gerade in dieser schwierigen wirtschaftlichen Lage brauche es zusätzliche Anreize, damit Menschen Geld ausgeben und Unternehmen investieren. „Nur so kurbeln wir die Wirtschaft an. Sie jetzt zusätzlich zu belasten, ist der völlig falsche Weg“, meint Wirth. Er drängt auf eine Senkung der Lohnnebenkosten. Denn die Steuern auf Arbeit seien in Österreich ähnlich hoch wie auf Zigaretten und Schnaps. Eine Senkung hingegen bringe Arbeitgebern und Arbeitnehmern etwas.

„Leistung muss sich lohnen“
Gleichzeitig müssten die Menschen zur Leistung motiviert werden. Der Sozialstaat agiere derzeit so, dass den Menschen eine „bequeme Hängematte“ geboten werde. Deswegen müsse ein Weg gefunden werden, die Menschen für Mehrleistung zu belohnen, etwa durch abgabenfreie Überstunden oder Arbeiten in der Pension. „Leistung muss sich lohnen“, betont der Wirtschaftskammer-Chef.

Signal gegen Bürokratie
„Klare Signale“ erwartet sich der Wirtschaftsvertreter auch in Hinblick auf die „ausufernde Bürokratie“. Ein-Personen-Unternehmen würden rund 20 Stunden pro Woche allein für die Bewältigung von Bürokratie aufwenden, so Wirth.

Mehr Miteinander
Grundsätzlich brauche es mehr Miteinander. „Nehmen wir nur die angedachte Arbeitszeitverkürzung her – viele Aufträge könnten nicht mehr erfüllt werden, viele Dienstleistungen würden vom Markt verschwinden, es würde auch viel weniger Geld in die Kassen des Sozialsystems fließen, dadurch würden etwa Leistungen der Krankenkassen reduziert. Wir werden unseren Sozialstaat, wie wir ihn kennen, nicht erhalten können, wenn weniger gearbeitet wird. Mit diesem Märchen muss Schluss sein“, sagt Wirth.

Ob er damit bei der Politik Gehör findet, wird die Zukunft zeigen.

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