Es war ein Riesenschock für jene Bauarbeiter, die im Frühjahr bei einer Kellersanierung in Wien-Margareten menschliche Überreste in einem Plastiksack entdeckten. Den Kopf fanden sie unter einer 20 Zentimeter hohen Schuttschicht. Jetzt stellte sich heraus, dass der Tote vor 25 Jahren hier vergraben wurde.
Ein Gruselfund sorgte im April für Schaudern. Bei Sanierungsarbeiten eines Kellers in der Bräuhausgasse in Wien-Margareten wurden Arbeiter auf einen schwarzen Plastiksack aufmerksam, aus dem penetranter Gestank drang. Darin befand sich eine verweste Leiche ohne Kopf. Sie alarmierten die Polizei. Wenig später entdeckten die Tatortexperten unter einer 20 Zentimeter hohen Schutzschicht den dazugehörigen Schädel.
Die Fahnder des Wiener Landeskriminalamtes rekonstruierten den möglichen Tathergang. Demnach soll es einen erbitterten Kampf zwischen Opfer und Mörder gegeben haben. Tiefe Schnittwunden an Armen und Händen lassen auf Abwehrspuren schließen. Außerdem hatte der Killer seinem Opfer zahlreiche Messerstiche von hinten in den Nacken zugefügt. Diese waren schließlich tödlich.
1,70 Meter groß und schlank
Das Landeskriminalamt Wien, Gruppe LEHNER, führt seit der Auffindung der Leiche umfangreiche Ermittlungen in dem Fall. Seitdem konnte festgestellt werden, dass es sich dabei um einen Mann im Alter von 30 Jahren handelte. Er soll 1,70 Meter groß gewesen sein und lag schon seit 25 Jahren in dem Keller. Zudem wies das unbekannte Opfer laut Polizei ein einwandfreies Gebiss auf.
Doch was das Motiv und die Identität des Toten betrifft, tappen die Kriminalisten immer noch im Dunkeln. Trotz internationaler polizeilicher Zusammenarbeit und Abgleichen von Datenbanken konnte die Identität des Unbekannten nicht festgestellt werden. Nun bittet die Kriminalpolizei um mögliche Hinweise aus der Bevölkerung. Über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurden Bilder der sichergestellten Kleidung des Mannes veröffentlicht.
„Es wird in diesem Zusammenhang um Hinweise gebeten, die mit einem bislang ungeklärten Verschwinden oder einer (bedenklichen) Abgängigkeit einer Person, die mit den obenstehenden Fakten und der Beschreibung übereinstimmt, in Verbindung gebracht werden können. Insbesondere sollen auch Personen angesprochen werden, denen sich die unbekannte Täterschaft in den Jahren seit der Tat möglicherweise anvertraut haben könnte“, so die Wiener Polizei am Dienstag.
Sachdienliche Hinweise werden (auch anonym) direkt beim Landeskriminalamt Wien unter 01-31310-33800 erbeten und in jeder Polizeidienststelle entgegengenommen.
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