07.05.2013 18:15 |

"Jetzt ist Schluss"

Stmk: 14-Jährige rammt Mitschüler Messer in Bauch

In einer Hauptschule im obersteirischen Kapfenberg hat am Dienstag ein 14-jähriges Mädchen einem 15-jährigen Klassenkameraden ein Taschenmesser in den Bauch gerammt. Die Tat war offenbar geplant - denn die Schülerin hatte die Waffe im Ärmel versteckt, berichtete die Polizei. Das Mädchen wurde festgenommen und zeigte sich geständig, der Bursche liegt schwer verletzt im Spital.

Die 14- und der 15-Jährige waren kurz nach 8.30 Uhr, in der ersten Pause, in der Hauptschule (Bild) in Kapfenberg-Schirmitzbühel aneinandergeraten. Hintergrund sind nach Angaben der Polizei diverse beleidigende Postings in sozialen Netzwerken. Die Schülerin sei kein unbeschriebenes Blatt - erst vor einer Woche habe sie einen weiteren Mitschüler gewürgt. Derbe Angriffe via Facebook und Co. sollen nun das Fass zum Überlaufen gebracht haben.

"Sie schlug ihm die Kappe vom Kopf, woraufhin er sie von hinten fasste. Dann nahm das Mädchen eine Art Jausenmesser mit zehn Zentimeter langer Klinge, das sie im Ärmel versteckt gehalten hatte, und führte einen Stich von rechts nach links unten in den Bauch", erklärte Ermittler Karl Köck. "Jetzt ist Schluss", soll die Schülerin - die nach Informationen der "Krone" früher als "braves, tüchtiges Mädchen" bekannt war - gesagt haben, bevor sie das Messer zog.

Danach brach die 14-Jährige weinend zusammen und ließ sich widerstandslos ins Konferenzzimmer und schließlich in die Justizanstalt Leoben bringen. Der Bursche wurde ins LKH Bruck an der Mur gebracht und dort operiert. Lebensgefahr besteht nicht. Mitschüler, die die Bluttat mit angesehen hatten, werden psychologisch betreut.

"Gott sei Dank nicht auf der Tagesordnung"
Die Schule selbst gelte nicht als problematisch: "Allerdings kommt es zu solchen Ereignissen oft dort, wo man sie nicht erwartet", sagte der Abteilungsleiter für Schulpsychologie im Landesschulrat Steiermark, Josef Zollneritsch.

Seitens des Landesschulratsvizepräsidenten Wolfgang Erlitz hieß es, der Vorfall sei sehr bedauerlich - derartige Gewaltakte stünden aber Gott sei Dank nicht auf der Tagesordnung. In den vergangenen Jahren seien Mobbing und Gewaltprävention allerdings große Themen gewesen. Bildungslandesrat Michael Schickhofer sagte, ihn bewege "der Fall natürlich ganz massiv". Er denke nach, wie man die Konfliktkultur in Schulen weiter verbessern könne.

Sonntag, 29. März 2020
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