So, 20. Jänner 2019

Krise ohne Ende

26.04.2013 15:29

Wachstum stockt: Europa verliert den Anschluss

Die "wachstumsstärkste innovationsbasierte Region der Welt" sollte die EU werden, tönte es vor gut zehn Jahren vollmundig aus Brüssel. Die Realität heute: Europa fällt beim Wachstum immer weiter zurück (siehe Bild 2), die Euro-Zone steckt in der Rezession und die Aussichten trüben sich weiter ein. Der Leiter des Wirtschaftsforschungsinstitutes EcoAustria, Ulrich Schuh (Bild), analysiert glasklar: "Die kurze Erholungsphase und das angekündigte Wachstum sind schon vorbei. Europa ist das Epizentrum der Krise. Das ist bei uns mental noch nicht angekommen."

Die jüngsten Zahlen zeichnen tatsächlich ein erschreckend düsteres Bild. Die Staatsschulden der Euro-Länder summierten sich Ende 2012 auf 9,5 Billionen (9.500 Milliarden) Euro - ein weiterer Anstieg trotz teilweise scharfer Sparprogramme. Die gesamte Schuldenquote gemessen an der Wirtschaftsleistung (BIP) sprang auf über 90 Prozent. In Frankreich steigt sie von 2008 bis 2014 von 68 auf 94 Prozent, in Spanien von 40 auf fast 98.

"Geld hineinzupumpen bringt gar nichts"
Trotzdem schrumpft die französische Wirtschaft heuer laut IWF um 0,1, in Spanien gar um 1,6 Prozent. Schuh: "Geld hineinzupumpen bringt gar nichts. In der Realwirtschaft kommt es gar nicht an, es wandert wieder zurück in die nördlichen Eurostaaten, wo es vermeintlich sicher ist."

Das relativiert auch den Ruf nach Wachstumsimpulsen in Form von Förderungen seitens der EU. Seit 2007 liegen im Strukturfonds 347 Milliarden Euro an Fördermitteln bereit. Die Länder haben diese allerdings nur zu 42 Prozent abgerufen.

Überregulierungen müssen gelockert werden
Um Europa und besonders die Euro-Zone wieder vom Pannenstreifen der Weltwirtschaft flottzukriegen, brauche es Arbeitsplätze, Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit, so Schuh. Überregulierte Arbeitsmärkte müssten gelockert werden. "Deutschland, Holland, aber auch Italien haben hier schon wirksame Reformen gesetzt. Griechenland, Spanien oder Frankreich nicht. Kein Unternehmer, der bei Trost ist, stellt dort jemand Neuen ein."

Was laut Schuh fehlt, ist ein überzeugendes gemeinsames Konzept der Euro-Länder. "Jeder Staat kocht sein eigenes Süppchen und schaut - wie das Beispiel Zypern zeigt -, was er rausholen kann. So kann man keine Union und keine gemeinsame Währung machen. Es gibt keine gemeinsame Strategie, nur schöne Ankündigungen und Worte."

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