Krankheitsgefahr

Feinstaub: Experte warnt vor Sport im Freien

Österreich
12.11.2024 13:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die wegen der Wetterlage vor allem in Ballungsräumen wie rund um Wien zuletzt hohe Feinstaubbelastung kann zu Entzündungen und weiteren Krankheiten führen. Auch Sport an der frischen Luft ist dann nicht gesund.

Zwar gebe es „keinen Grund zur Panik“, aber die Menschen sollten vernünftig vorgehen und sich draußen nicht überanstrengen, „denn je mehr man sich anstrengt, desto mehr atmet man ja ein“, betonte Umweltmediziner Hans-Peter Hutter am Dienstag im Ö1-„Morgenjournal“.

„Ältere gehören zur Risikogruppe und können auf Luftverunreinigungen aller Art natürlich besonders stark reagieren und von daher ist es wichtig, gerade für diese Gruppe, vorsichtig zu sein“, erläuterte Hutter von der MedUni Wien. Wer schwere Vorerkrankungen hat, könne sich auch mit einer Feinstaubmaske schützen. Tägliche körperliche Aktivität sei wichtig. Dass Kinder in der Pause rausgehen, „ist ebenso wenig problematisch, wie wenn ich kurz einkaufen gehe. Aber sich gerade jetzt wie ein Irrer joggend durch die Stadt hetzen und denken, dass das ein ideales Training ist und Sport ohne Wenn und Aber gesund ist, na ja, da liegt man nicht wirklich richtig“, warnte der Mediziner.

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Aber sich gerade jetzt wie ein Irrer joggend durch die Stadt hetzen und denken, dass das ein ideales Training ist und Sport ohne Wenn und Aber gesund ist, na ja, da liegt man nicht wirklich richtig.

Umweltmediziner Hans-Peter Hutter

Wieso Feinstaub so gefährlich ist
Beim Feinstaub gibt es zwei Aspekte, die dessen Gefährlichkeit ausmachen. „Einerseits sind es sehr feste Partikelchen, Teilchen, die können eine Entzündungsreaktion auslösen und dann sind noch an der Oberfläche andere Schadstoffe angelagert, also von Schwermetallen bis zu wirklich sehr schädlichen Kohlenwasserstoffen“, schilderte Hutter. Ultrafeinpartikel kommen bis in die Lungenbläschen und von dort können sie in den Blutkreislauf gelangen. Dies kann nicht nur Atembeschwerden auslösen und die Lunge beeinträchtigen, „sondern auch Herzrhythmusstörungen, Schlaganfälle und Herzinfarkte gehen auf Feinstaubbelastung zurück“.

„Wir erleben gerade eine Inversionswetterlage, die schon länger andauert und dazu kommt eben noch, dass es kaum Wind gibt und sich diese freigesetzten Schadstoffe und dabei vor allem die Partikel in der bodennahen Schicht stark anreichern können“, erklärte der Public-Health-Experte. Betroffen seien primär Ballungsräume mit viel Verkehr, Industrie und Gewerbe. Rund um Wien waren die Werte zuletzt besonders hoch. Feinstaub entstehe bei vielen Vorgängen, speziell bei Verbrennungsprozessen, dazu zähle nicht nur der Straßenverkehr, „sondern auch der Hausbrand, also alte Holzheizungen“, betonte Hutter.

Schwierige Lage in Wien
In Wien war am Wochenende der erlaubte Grenzwert für Feinstaub (PM 10) von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter an mehreren Messstationen überschritten worden, wobei der höchste Tageswert am Samstag mit 56 Mikrogramm pro Kubikmeter erreicht wurde. Die Tage, an denen Grenzwerte überschritten werden, gehen seit Jahren drastisch zurück, hatte Heinz Tizek, Leiter des Bereichs Luftreinhaltung in der Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22), gegenüber der APA betont. Bereits am Montag bewegte sich der PM-10-Wert wieder unterhalb der erlaubten Grenze, am Dienstagvormittag lag er sogar deutlich darunter.

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