Als Hollywoodstar Grace Kelly 1956 Fürst Rainier von Monaco heiratete, war es der Beginn einer unvergleichlichen Erfolgsgeschichte. Gemeinsam verwandelten sie ein marodes Fürstentum in ein Milliardenimperium.
Es war ein strahlend sonniger Tag, als die schönste Frau ihrer Zeit einem waschechten Fürsten das Jawort gab. An jenem 18. April 1956 nahm Fürst Rainier III., 32 Jahre alt, den 26-jährigen Hollywoodstar Grace Kelly zur Frau. Es waren zwei besondere Brautleute, die bei dieser Hochzeit zusammenkamen, wenn auch ihre Herkunft unterschiedlicher nicht hätte sein können. Fürst Rainier entstammte einer der ältesten Dynastien Europas; die bürgerliche Braut war die berühmteste Frau ihrer Zeit, Schönheitsikone und Oscar-Gewinnerin.
So unterschiedlich die Herkunft des frischvermählten Paares sein mochte, in einem waren sie sich absolut ähnlich: Beide waren enorm ehrgeizig, zielstrebig, erfolgsorientiert und ausgesprochene Workaholics. Die vormalige Schauspielerin legte bereits in Hollywood einen Ehrgeiz und einen Arbeitseifer an den Tag, der ungewöhnlich war, und der seit 1949 amtierende Fürst erhielt später nicht umsonst den Beinamen „der Löwe“.
Das Familienvermögen war weg
Als Rainier den monegassischen Thron bestieg, waren die Staatsfinanzen ein Trauerspiel und selbst das Familienvermögen war verloren – Rainiers Großvater und Vorgänger Louis II. hatte mit 76 Jahren eine 30 Jahre jüngere Schauspielerin geheiratet, die sich nach seinem Tod mit dem Familienschmuck und -vermögen aus dem Staub gemacht hatte. Rainier holte sich sein Erbe von ihr genauso unerbittlich zurück, wie er sich später in einem genialen Coup sämtliche Aktien der monegassischen Staatsholding zurückholte, die der griechische Milliardär Aristoteles Onassis an sich gerissen hatte. Der Fürst wollte nur eines: sein abgewirtschaftetes Fürstentum in einen erfolgreichen Staat verwandeln.
Rainiers wichtigste Unterstützerin und kongeniale Partnerin dabei wurde seine Frau, die Fürstin. Sie war nicht dazu geschaffen, lediglich als optischer Aufputz eines Fürstenhofes zu dienen. Sie musste aktiv sein, Ziele haben, sie definierte sich über persönliche Leitung. Den gleichen Ehrgeiz, den die neue Fürstin zuvor in ihre Filmkarriere gesteckt hatte, steckte sie daher nun in den Umbau des Fürstentums zur Finanz- und Luxusmetropole.
Der Erfolg Monacos – der Ministaat gehört heute zu den reichsten Ländern der Welt – ist das Ergebnis zweier Menschen, die sich beide mit voller Leidenschaft, enormen Arbeitseinsatz, großen Visionen und einem genialen Gespür für Marketing in ein gemeinsames Projekt stürzten. Diese Erfolgsgeschichte begann mit der berühmten Traumhochzeit von 1956.

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