Drei Männer reisten extra nach Österreich, um zu rauben – dabei hatten sie es besonders auf teure Luxusuhren abgesehen. Die Opfer beobachteten sie dabei über einen längeren Zeitraum. Besonders erfolgreich waren sie aber nicht: Zwei Rolexbesitzer wehrten sich, eine geraubte Patek Philippe stellte sich als wertlos heraus. Es setzt trotzdem eine Haftstrafe.
„Ich vermute, dass ich schon beobachtet wurde, wie ich in die Tiefgarage gefahren bin. Ich war mit meinem Ferrari unterwegs“, erzählt ein 47-Jähriger im Wiener Landesgericht. Der selbstständige Autohändler war am 11. Mai in der Innenstadt unterwegs, trank danach noch einen Kaffee im Park Hyatt Hotel – bevor er in die Garage des Luxushotels zu seinem Auto ging.
40.000 Euro Rolex als Ziel
Dabei verfolgten ihn drei Männer auf Schritt und Tritt. Während einer beim Stufenaufgang Schmiere stand, schlugen zwei zu: „Ich stand gerade beim Kassenautomaten, als mich jemand von hinten packte“, erinnert sich der Zeuge. Das Ziel: Die 40.000 Euro Rolex am Handgelenk des 47-Jährigen. Der sich aber zur Wehr setzen wusste und einem von ihnen einen heftigen Schlag versetzte – die drei Täter flüchteten.
„Der Tätergruppe kam es darauf an, wohlhabenden Personen teure Luxusuhren zu rauben“, so die Staatsanwältin. Denn der Autohändler und Uhrensammler war nicht das einzige Opfer des Araberclans. Drei Tage zuvor versuchten sie einem rumänischen Touristen seine Rolex vom Handgelenk zu reißen – ohne Erfolg.
Geraubte Luxusuhr entpuppte sich als Fake
In der Wiener Innenstadt glückte bloß ein Angriff: Einem Mann raubten sie seine Uhr der Marke Patek Philippe. Ein Modell, das eigentlich mehrere zehntausende Euro wert sein sollte – sich aber nach genauerer Betrachtung als Fälschung herausstellte ...
Einer der wenig erfolgreichen Uhrenräuberbande sitzt nun im Wiener Landl auf der Anklagebank – der 35-Jährige ist der einzige, der nicht ins Ausland fliehen konnte. Ihm wird zweifacher versuchter und einmal vollendeter schwerer Raub vorgeworfen in Verbindung mit einer kriminellen Vereinigung. Der Marokkaner beteuert: „Diese Leute haben mich verführt, mit Geld. Das ist nicht in meiner Natur, dass ich Leute ausraube und angreife.“
Der Mandant von Philipp Winkler sei in Brüssel angesprochen worden, als er in finanzieller Not war. Zusammen mit den zwei weiteren Beschuldigten sei er dann nach Wien geflogen. Eine professionelle Tätergruppe zu sein, spricht Verteidiger Winkler den dreien aber ab. Dafür seien einfach zu viele Fehler passiert: Sie sind nie vermummt gewesen, hätten nicht auf die Kameras in der Parkgarage geachtet und suchten sich den zwei Meter großen und 110 Kilogramm schweren Autohändler als Ziel aus – den sie fast unmöglich zu zweit hätten übermannen können.
Weil der 35-Jährige unbescholten ist, im Prozess umfänglich gesteht und auch noch die Namen seiner Mittäter nennt, fällt seine Strafe recht gering aus: dreieinhalb Jahre Gefängnis. Der Marokkaner nimmt das Urteil an.
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