6 statt 48 h Flugzeit

Neue Besatzung in Rekordzeit auf der ISS eingetroffen

Wissen
29.03.2013 07:35
Die neue Besatzung für die Internationale Raumstation ISS ist am Freitag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ins All gestartet und knapp sechs Stunden später bereits an Bord der ISS angekommen. Damit schafften es die Russen Pawel Winogradow und Alexander Missurkin sowie der US-Amerikaner Chris Cassidy (Bild 2) in der Nacht zum Freitag ihre Reise in einer neuen Rekordzeit - bisher waren dafür 48 Stunden notwendig.

Die russische Sojus-Kapsel verließ am Donnerstag pünktlich um 21.43 Uhr MEZ die Erde, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa im Flugleitzentrum in Koroljow nahe Moskau berichtete. Genau fünf Stunden und 46 Minuten später dockte die Sojus-Kapsel an der ISS an.

Digitaler Bordrechner verkürzt Flug
Von dem deutlich schnelleren Flug erhofft sich Roskosmos nicht nur weniger Belastung für die Raumfahrer, auch niedrigere Kosten und Treibstoffmengen spielten eine wichtige Rolle. Zudem könnten künftig auch verderblichere Lebensmittel oder Forschungsmaterialien zur ISS transportiert werden. Möglich machte den Rekordflug vor allem ein digitaler Bordrechner, der eine automatische Bedienung der Sojus-Kapsel erlaubt.

Ein ständiger Funkkontakt mit der Bodenstation ist damit nicht mehr nötig. Der Schnellflug war seit August 2012 mit drei verschiedenen unbemannten Raumfrachtern getestet worden.

Russland ist stolz auf seine "All-Stars"
Russland ist nach dem Aus für die US-Spaceshuttles derzeit das einzige Land, das Menschen zum Außenposten der Menschheit in rund 410 Kilometern Höhe transportieren kann. Der Rekordflug ist für Moskau gerade deshalb ein ungemein wichtiger Erfolg, nachdem die stolze Raumfahrtnation zuletzt eher Pleiten, Pech und Pannen angehäuft hatte.

Nun aber legt die Raumfahrtbehörde Roskosmos im Wettbewerb mit der US-Weltraumagentur NASA, den Europäern und den aufstrebenden Chinesen erst einmal vor. "Die Durchführung des Fluges von Sojus TMA-08M ist ein weiterer evolutionärer Schritt bei der Verbesserung von Raumschiffen dieses Typs", teilt Roskosmos der Nachrichtenagentur dpa mit. "Dies erlaubt die Nutzung ähnlicher technischer Lösungen für künftige Entwicklungen." Da klingt viel Stolz durch.

ISS-Crew wieder vollzählig
Während ihres gut fünfmonatigen Aufenthaltes stehen für die Raumfahrer unter anderem fünf Ausstiege ins All sowie Dutzende Experimente auf dem Programm. Die drei Männer haben alle Weltraumerfahrung. Winogradow, der am 31. August in rund 410 Kilometern Höhe seinen 60. Geburtstag feiert, ist der älteste Russe im All.

Mit der Ankunft der "Neulinge" hat die Crew wieder ihre sechsköpfige Sollstärke erreicht. Bereits auf der ISS waren vor der Ankunft der drei "Rekord-Astronauten" Chris Hadfield (Kanada), Thomas Marshburn (USA) und Roman Romanenko (Russland), die im Mai auf die Erde zurückkehren sollen.

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