Urnengang im Ländle

Fakten und Skurriles zur Vorarlberger Landtagswahl

Vorarlberg
12.10.2024 19:25

In Vorarlberg wird am Sonntag der neue Landtag gewählt. Abgesehen vom frühen Zusperren der Wahllokale gibt es im Ländle noch andere – teils recht abstruse – Besonderheiten.

In Vorarlberg werden heute die letzten Wahllokale bereits um 13 Uhr zusperren – in keinem anderen Bundesland wird der Urnengang derart schnell abgehandelt. Aber es gibt auch noch andere Spezifika:

  • Wahlberechtigte: 
    Bei der heutigen Landtagswahl sind insgesamt 271.882 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger wahlberechtigt. 455 davon leben im Ausland. Die meisten Wahlberechtigten gibt es in Vorarlbergs einwohnerstärksten Stadt, also in Dornbirn, mit 33.610 Männern und Frauen. Am schnellsten ausgezählt sein sollten die Stimmen in Dünserberg und Warth – hier gibt es jeweils nur 115 Wahlberechtigte.
  • Stimmzettel:
    Im Gegensatz zur Nationalratswahl wird der Stimmzettel bereits mit der Wahlinformation automatisch nach Hause geschickt. Bürgerinnen und Bürger, die ihre Stimme im Wahllokal abgeben, können diesen mitbringen oder erhalten vor Ort einen neuen.  
  • Briefwahl:
    Im Landtagswahlgesetz ist genau geregelt, wer seine Stimme per Briefwahl abgeben darf. Als Gründe gelten Ortsabwesenheit, Auslandsaufenthalt oder Krankheit. „Ausschlafen ist eine Spaßbegründung und gilt nicht“, betont Martina Schönherr, Leiterin der „Abteilung 1a Inneres und Sicherheit“ im Landhaus. „Wandern“ wiederum zähle als „Alibi“, denn in der Regel seien die Hobbysportler dann ortsabwesend.
  • „Fliegende Wahlbehörde“:
    „Den Namen gibt es nicht mehr, die Aufgaben aber schon“, erklärt Vorarlbergs oberste Wahlchefin. Beantragt ein Wähler, der aus gesundheitlichen Gründen das Wahllokal nicht aufsuchen kann, den Besuch der besonderen Wahlbehörde, kommen die Wahlhelfer nach Hause. Jede Gemeinde muss diese Form der Stimmabgabe ermöglichen. Allerdings muss der Antrag spätestens bis Freitagnachmittag eingegangen sein.
  • Alkoholausschank:
    Ordentlich gefeiert wird aller Voraussicht nach noch vor dem Schließen der Wahllokale in Lustenau. Dort geht nämlich Vorarlbergs größtes Volksfest, die „Luschnouar Kilbi“, über die Bühne. Wahlhelfer dürfte Bürgermeister Kurt Fischer inzwischen genügend gefunden haben. „Da ich selbst aus Lustenau komme, werde ich mit ihnen mitleiden“, meint Martina Schönherr. Da es aber nicht das erste Mal sei, dass die „Kilbi“ mit einem Urnengang zusammenfällt, geht sie davon aus, dass die Wahl in Österreichs größter Marktgemeinde reibungslos abläuft. „Vor vielen, vielen Jahren gab es einen Paragrafen im Wahlgesetz, der den Ausschank von alkoholischen Getränken bei Wahllokalen verboten hat“, weiß die Juristin. Doch das sei lange her. Und auch wenn alkoholisierte Wähler – solange sie nicht randalieren und den Wahlablauf stören – ihre Stimme abgeben dürfen, empfiehlt Schönherr, das Kreuzerl vielleicht doch eher vor dem Frühshoppen zu machen.
  • Wahlergebnis:
    Die ersten großen Trends dürften bereits um 14 Uhr, also eine Stunde nach Schließung der Wahllokale, erkennbar sein. Mit einem vorläufigen Endergebnis wird zwischen 18 und 19 Uhr gerechnet. Bis die Vorzugsstimmen ausgezählt sind und fix ist, wer in den Landtag einzieht, dürfte es bis Dienstag dauern.
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