In der Einöde Oklahomas der 1930er-Jahre sieht sich die preisgekrönte Sarah Paulson nicht nur mit einer mythischen Gestalt, sondern auch mit ihren inneren Dämonen konfrontiert, während sie versucht, ihre Kinder vor gefährlichen Staubstürmen zu beschützen...
Ob uns nach Covid die Thematik der Pandemie jemals wieder loslassen wird, ist fragwürdig. In „Hold Your Breath“ ist sie jedenfalls noch sehr präsent. Der Horrorthriller – er ist ab sofort auf Disney+ zu sehen – spielt inmitten einer sogenannten „Dust Bowl“. So wurden während der Weltwirtschaftskrise in den 1930er-Jahren in den USA und Kanada Teile jener großen Ebenen genannt, die von verheerenden Dürren und Staubstürmen betroffen waren. In einer davon, in Oklahoma, lebt Margaret Bellum (Sarah Paulson), wo sie versucht, sich um ihre beiden Töchter Rose (Amiah Miller) und Ollie (Alona Jane Robbins) zu kümmern, während ihr man weit entfernt auf Jobsuche ist.
Als ob die Wetterverhältnisse nicht schon schlimm genug wären, leidet Margaret immer noch unter dem traurigen Umstand, dass sie ihre jüngste Tochter verloren hat. Schlafwandel und Albträume plagen sie und werden noch schlimmer, als sie von anderen Bewohnern von einem seltsamen Wesen erfährt. Der „grauen Mann“ soll sich mit dem Wind und Staub fortbewegen, durch die kleinsten Ritzen in Häuser gelangen, sich der dort lebenden Menschen bemächtigen und sie unaussprechliche Dinge tun lassen. Als die Sandstürme schließlich noch stärker werden, kann Margaret bald Realität von Fiktion nicht mehr unterscheiden. Hat es die mythische Gestalt nun auf ihre Töchter abgesehen oder ist ihr labiler Geisteszustand, für die seltsamen Begebenheiten verantwortlich?
Unangenehme Atmosphäre
Dass die Co-Regisseure Karrie Crouse und Will Joines es schaffen, eine wirklich unangenehme Atmosphäre zu schaffen – was im Fall eines Horrorfilms gut ist -, steht außer Frage. Trotzdem fühlen sich die intensiven, aneinandergereihten Szenen so an, als würde ihnen die Verbindung zueinander fehlen – als hätte man beim Schneiden wichtige Elemente vergessen, um auf eine kürzere Laufzeit zu kommen. Nicht zu kurz kommt jedenfalls die grandiose schauspielerische Leistung von – allen voran – Sarah Paulson, aber auch von „The Bear“-Star Ebon Moss-Bachrach als verhaltensauffälliger, mysteriöser Prediger.
Nicht der beste, aber alles in allem ein solider Horrorfilm, der unter die Haut geht. Wer dem Genre nichts abgewinnen kann, wird zumindest mit einer großartigen Schauspielerin in Höchstform eine Freude haben.
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