Neue Kriegsphase?
Israel an USA: Begrenzte Bodeneinsätze im Libanon
Israel hat die USA nach Angaben des Außenministeriums in Washington über „begrenzte“ Bodeneinsätze gegen die Hisbollah im Libanon informiert.
„Sie haben uns zu diesem Zeitpunkt gesagt, dass es sich um begrenzte Operationen handelt, die auf die Infrastruktur der Hisbollah nahe der Grenze zielen“, schilderte Ministeriumssprecher Matthew Miller am Montag in Washington. Es war nicht unmittelbar klar, ob die Bodeneinsätze bereits im Gange sind oder erst noch geplant waren.
Miller lehnte es ab, weitere Angaben zu den Gesprächen mit Israel zu machen und sagte, es bleibe Israel überlassen, „über seine militärischen Operationen“ zu informieren. Fast zeitgleich mit den Angaben des US-Außenamtssprechers veröffentlichte die israelische Armee eine Mitteilung, wonach sie in drei Grenzorten im Norden Israels eine „militärische Sperrzone“ errichtet hat. Betroffen seien die Gebiete um Metula, Misgav Am und Kfar Giladi. „Das Betreten dieser Zone ist verboten“, hieß es in der Mitteilung der Armee.
„Die nächste Phase im Krieg gegen die Hisbollah beginnt bald“
Israels Verteidigungsminister Yoav Gallant hatte zuvor von einer unmittelbar bevorstehenden neuen Phase des Krieges an der Grenze zum Libanon gesprochen und damit Spekulationen über eine bevorstehende israelische Invasion genährt. „Die nächste Phase im Krieg gegen die Hisbollah beginnt bald“, hieß es am Montag in einer Mitteilung seines Büros. Gallant sprach zudem vor Soldaten von dem Kriegsziel, den aus dem Grenzgebiet geflohenen Israelis die Rückkehr zu ermöglichen. Am Montag trat auch das Sicherheitskabinett von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu zusammen.
Vereinte Nationen warnen vor Bodenoffensive im Libanon
Die Vereinten Nationen haben Israel vor einer möglichen Bodenoffensive im Libanon gewarnt. „Wir wollen keine Bodeninvasion sehen“, sagte der Sprecher von UNO-Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric, in New York. „Wir alle wissen, welche Verwüstung ein totaler Krieg, ein Bodenkrieg im Libanon, für das Volk Israels und die Bevölkerung des Libanons bedeuten würde.“ Er reagierte damit auf US-Medienberichte, dass eine Invasion kurz bevorstehen könnte.
An der Grenze zwischen den beiden Ländern und im Süden des Libanons seien knapp 10.000 UNO-Kräfte der Blauhelm-Mission UNIFIL stationiert. Diese bleiben Dujarric zufolge in Stellung, seien aber wegen des anhaltenden Beschusses von beiden Seiten in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und könnten ihre Arbeit der Überwachung des eigentlich geltenden Waffenstillstandes nicht nachkommen. An der UNIFIL-Mission ist auch das österreichische Bundesheer beteiligt.
Dujarric sagte weiter, man bereite für den Fall eines Einmarsches humanitäre Hilfe vor. Man bitte deshalb die Mitgliedstaaten dringend um zusätzliche Gelder, um die Bedürfnisse von etwa einer Million Menschen im Libanon zu decken. Bisher seien etwa 100.000 Menschen in der Region in das Nachbarland Syrien geflohen.










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