







Das Klagenfurter Stadttheater startete am Donnerstag mit Giacomo Puccinis Opernthriller „Tosca“ gefeiert in die neue Saison. Die „Krone“ besuchte die Premiere des weltbekannten Opernthrillers.
Die Zeit vergeht schnell bei dieser „Tosca“. Und dass die zweieinhalb Stunden (mit Pause) so kurzweilig sind, ist dem eigentlichen Star der ausverkauften Auftaktpremiere geschuldet. Denn Nicholas Milton am Pult des hervorragenden Kärntner Sinfonieorchesters erweist sich als gleichermaßen umsichtiger wie temperamentvoller, traumwandlerisch sicherer Wanderer durch Puccinis melodramatisches Auf und Ab, mit seinem aufbrausenden Tosen und der innigen Klangschönheit.
Gewaltiger Bariton und spielerischer Glanz
Musikalischer Opulenz und spielerischem Glanz hält Regisseur Immo Karaman eine moderne Inszenierung entgegen, die sich optischer Attraktivität versagt und die Geschichte um Liebe, Leidenschaft, Verrat und Tod mit stimmigen Regietheaterakzenten in Rifail Ajdarpasic’ Allzweck-Türenwände (von Plattenbau bis Klassizismus) einbettet. Warum Fabian Posca der Liebenden Strahlen unter formlosem Frotteebademantel, Pullunder-Bundfaltenhosen-Desaster und schrecklichen Perücken erstickt, wird erst am Ende klar und sorgt für das stärkste Bild dieser lange und stürmisch beklatschten Inszenierung. Denn das prächtige rote Samtkleid, das als stoffliche Metapher brennender Liebe in beigebrauner Tristesse treibt, wird Tosca erst nach ihrem Tod tragen, um dem eigenen Leichnam Rosen zu streuen ...








Als brutaler Sadist ist Polizeichef Scarpia beim ausdrucksstarken Bariton Ivan Krutikov schauspielerisch wie gesanglich in besten Händen, Shelley Jackson ist eine solide Tosca mit gehaltvollem Sopran, Tenor Alexandros Tsilogiannis ein Cavaradossi mit weichem Schmelz in der Stimme.
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