Fordert Klärung

Sex-Attacken in Grazer Jugendheim: Nagl “empört”

Österreich
04.03.2013 14:37
Sexuelle Gewalt in einer Jugend-Wohngemeinschaft des Magistrats Graz, die letztlich mit der Festnahme von drei 14- bis 17-jährigen Burschen geendet hat, ist nun Gegenstand von Untersuchungen und hat den Ruf nach Konsequenzen laut werden lassen. Bürgermeister Siegfried Nagl (Bild) zeigte sich ob der Vorgänge und der internen Kommunikation darüber "fassungslos und verärgert". Es müsse eine lückenlose Aufklärung geben.

Im Rathaus hat der Fall für einigen Wirbel gesorgt: Bürgermeister Nagl forderte die Amtsleiterin und den Magistratsdirektor auf, bis Freitag dem Stadtsenat einen Bericht über den Fall vorzulegen. "Wenn es zu Versäumnissen gekommen ist, wird das schwerwiegende Konsequenzen haben", so Nagl-Sprecher Thomas Rajakovics am Montag.

ÖVP-Familiensprecherin Sissy Potzinger forderte die Befassung eines Sonderausschusses im Gemeinderat und Konsequenzen, um derartige Vorkommnisse künftig zu verhindern, möglicherweise durch eine Trennung von Mädchen und Burschen in derartigen Einrichtungen. 

Jahrelange Tortur für vier Mädchen
Wie am Wochenende bekannt geworden war, sollen vier Mädchen, die heute elf bis 16 Jahre alt sind, seit 2010 in dem Heim von mehreren Burschen gequält und vergewaltigt worden sein. Drei festgenommene mutmaßliche Täter zeigten sich laut Staatsanwaltschaft weitgehend geständig. Ein vierter Bursche, 14 Jahre alt, soll nur am Rande beteiligt gewesen sein.

Die betreuten Jugend-Wohngemeinschaften sind ein Angebot für Eltern, die mit der Erziehung ihrer schulpflichtigen Kinder psychisch oder physisch überfordert sind - eine Unterbringung erfolgt in der Regel im Einverständnis mit den Eltern.

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