Wegen Mordversuchs

Nach Messerattacke in Graz: Angreifer in U-Haft genommen

Österreich
25.01.2013 12:16
Jener junge Mann, der am Donnerstag einen Grazer Magistratsbeamten bei einem Disput um den Mindestsicherungsantrag mit einem Messer schwer verletzt hatte, ist nach der Einvernahme wegen versuchten Mordes in Untersuchungshaft genommen worden. Das 49-jährige Opfer befand sich am Freitag auf dem Weg der Besserung, hieß es seitens der Ärzte. Der Stich habe zum Glück wichtige Organe verfehlt. Im Magistrat überlegt man nun, die Sicherheitsvorkehrungen zu verbessern.

Der entgegen ersten Meldungen erst 21-Jährige sei im Amt bereits zuvor aufgefallen, weil er "herumgeschrien" habe, als ihm mitgeteilt worden sei, dass noch Unterlagen für seinen Antrag auf Mindestsicherung fehlen würden, berichtete Magistratsdirektor Martin Haidvogl - wie sich nun herausstellte, wollte der junge Mann mit einem Teil des Geldes den Führerschein machen. Da er sich nicht beruhigen habe lassen, habe die Rathauswache eingegriffen und ihn hinausbegleitet.

Kurze Zeit später erschien der Mann aber erneut und gab offenbar vor, dass er die geforderten Unterlagen nun mithabe. Abermals sorgte er für Wirbel, sodass er zum zweiten Mal von den Sicherheitsleuten hinauseskortiert wurde.

Beim dritten Besuch stach Antragsteller zu
Doch der 21-Jährige gab nicht auf. Er kehrte ein drittes Mal ins Sozialamt zurück - diesmal mit fatalen Folgen: Als er seinen Betreuer am Gang antraf, zückte er laut Polizei sein Butterfly-Taschenmesser, stach dem Bediensteten in den Rücken und verletzte ihn dabei im Nierenbereich. Der Stich dürfte laut Polizei nicht allzu tief gewesen sein.

Anschließend rannte der Angreifer davon. Doch die Flucht dauerte nicht lange: Die Polizei konnte den jungen Mann binnen kürzester Zeit stellen. Er wurde in die Justizanstalt Jakomini gebracht, über ihn wurde noch am Donnerstag die U-Haft verhängt.

Sicherheitsvorkehrungen verbessern
Laut Haidvogel komme es immer wieder vor, dass Leute aggressiv werden, doch einen solchen Vorfall habe es bislang noch nicht gegeben. Daher soll in der kommenden Woche bei einer Besprechung geklärt werden, "wo wir in puncto Sicherheit nachbessern können". Noch am Freitag wurde eine der beiden Rathauswachen abgezogen. Diese brachte sich stattdessen im Amtshaus Schmiedgasse in Stellung - in erster Linie, um die verunsicherten Mitarbeiter etwas zu beruhigen.

Maßnahmen für mehr Sicherheit seien bei der räumlichen Gestaltung - etwa mit aggressionsmindernden Farben - möglich, meinte der Magistratsdirektor. Auch eine Notruftaste sei zu überlegen. "Man darf sich aber nicht vorgaukeln, dass so etwas wie diese Messerattacke verhindert hätte werden können. Eine absolute Sicherheit gibt es nicht", sagte Haidvogl.

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