„Fühle mich schuldig“

Attackierter Tourist bedauert Tötung von Bärin KJ1

Ausland
01.08.2024 15:29
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Tourist, der am 16. Juli von einer Bärin im norditalienischen Trentino angegriffen und verletzt wurde, hat sich nun zu ihrer Tötung zu Wort gemeldet. „Ich bin wirklich traurig, dass unsere Begegnung sie das Leben gekostet hat. Ich fühle mich schuldig“, sagte der 43-jährige Franzose.

Die Bärin habe „nur ihre Jungen beschützen“ wollen. „Ich hätte gehofft, dass man Kompromisse findet, die die Sicherheit der Menschen garantieren, ohne den Erhalt der Artenvielfalt zu gefährden“, sagte der Mann, der seit einigen Tagen wieder in Frankreich ist. Über Medienberichte habe er von der Tötung der Bärin KJ1 erfahren.

Wie berichtet, war der Mann am 16. Juli von KJ1 im norditalienischen Trentino angegriffen und verletzt worden. Der Angriff hat bei ihm Spuren hinterlassen. „Gestern konnte ich zum ersten Mal im Wald spazieren gehen, was mir sehr gutgetan hat, auch wenn ich immer noch Angst verspüre, die ich vorher nicht hatte“, sagte der 43-Jährige zur Trentiner Tageszeitung „T quotiadiano“ am Donnerstag.

„Begegnungen reduzieren“
Er erschrecke etwa dabei, wenn er plötzlich einem wilden Tier begegne. Der Mann, der inzwischen wieder in Frankreich ist, hoffe, dass künftig vorbeugende Maßnahmen ergriffen würden, um Begegnungen zwischen Menschen und Wildtieren zu reduzieren.

Die Bärin KJ1 wurde am Dienstag von Försterinnen und Förstern mithilfe eines Senders um ihren Hals lokalisiert und anschließend getötet (siehe Video oben). Sie war über 20 Jahre alt und mit drei oder vier Jungtieren durch die Wälder gestreunt. Ihr Abschuss löste Protest von Tierschützerinnen und Tierschützern aus. Auch der italienische Umweltminister Gilberto Pichetto Fratin kritisierte die Tötung.

Hier sehen Sie einen Tweet von einer italienischen Tierschutzorganisation.

Population soll eingedämmt werden
Im Trentino wurde zuletzt ein Gesetzesentwurf gebilligt, mit dem die Population eingedämmt werden soll. Bis zu acht Tiere pro Jahr dürfen getötet werden. Laut jüngsten Schätzungen leben mehr als 100 Bären in der Gegend. Ursprünglich hätten nur 50 angesiedelt werden sollen.

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