Deal beendet Martyrium

Assange als „freier Mann“ in Heimat Australien

Ausland
26.06.2024 12:46
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein US-Gericht auf der zu den USA gehörenden Marianen-Insel Saipan hat den Deal zwischen WikiLeaks-Gründer Julian Assange und der amerikanischen Justiz im Zusammenhang mit Spionagevorwürfen abgesegnet und seine Freilassung endgültig besiegelt. Die Richterin entließ den 52-Jährigen mit den Worten: „Sie können den Gerichtssaal als freier Mann entlassen.“

Wie berichtet, kommt der Whistleblower im Gegenzug für ein Schuldbekenntnis frei. Die amerikanische Justiz wollte Assange lange Zeit den Prozess wegen Spionagevorwürfen machen. Bis zu 175 Jahre Haft hätten ihm in den USA gedroht. Stattdessen handelte er mit der US-Justiz zuletzt jedoch einen Deal aus und bekannte sich nun der Verschwörung zur unrechtmäßigen Beschaffung und Verbreitung von geheimen Unterlagen schuldig. Die Richterin Manglona legte laut BBC und „Guardian“ fest, dass als Strafmaß jene Zeit gelte, die der Internetaktivist bereits in London in einem Hochsicherheitsgefängnis verbüßt hatte.

Assange nimmt seine Ehefrau Stella in Canberra in die Arme.
Assange nimmt seine Ehefrau Stella in Canberra in die Arme.(Bild: AFP or licensors)
Der WikiLeaks-Gründer jubelt nach seiner Landung in seiner Heimat.
Der WikiLeaks-Gründer jubelt nach seiner Landung in seiner Heimat.(Bild: APA/AFP)
(Bild: APA/AP)

Zurück in die Heimat
Durch den Justiz-Deal bleibt Assange ein Prozess und potenziell weitere Haft in den USA erspart. Die Vereinigten Staaten hatten bisher seine Auslieferung aus Großbritannien verlangt. Stattdessen konnte der 52-Jährige nun in seine Heimat zurückkehren. Von Saipan aus flog er noch am Mittwoch direkt weiter nach Canberra, wie WikiLeaks auf der Plattform X mitteilte. Die Nördlichen Marianen liegen nur wenige Flugstunden nördlich von Australien. 

Assanges Anwälte sprachen von einem „historischen Tag“. „Ich hoffe, dass die Tatsache, dass es uns heute gelungen ist, Julian Assange trotz aller Widrigkeiten und gegen eine der mächtigsten Regierungen der Welt freizubekommen, allen weltweit inhaftierten Journalisten und Verlegern Hoffnung gibt“, sagte die Menschenrechtsanwältin Jennifer Robinson. „Es ist angemessen, dass die Richterin, wie sie es heute getan hat, feststellt, dass eine weitere Inhaftierung von Herrn Assange weder fair noch angemessen wäre und es Zeit für ihn ist, wieder mit seiner Familie vereint zu werden“, erklärte sein Anwalt Barry Pollack. 

Justiz-Odyssee begann mit Vergewaltigungsvorwürfen
Assange hatte vor etwa fünf Jahren seine Haft im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh in London angetreten. Vor seiner Festnahme im April 2019 hatte er sich sieben Jahre in der ecuadorianischen Botschaft in London dem Zugriff der Strafverfolgungsbehörden entzogen. Diese hatten ihn zunächst wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden ins Visier genommen. Diese Anschuldigungen wurden später jedoch aus Mangel an Beweisen fallen gelassen. Während die USA über Jahre hinweg die Auslieferung Assanges verlangten, forderten Menschenrechtsorganisationen, Journalistenverbände, Künstler und Politiker dessen sofortige Freilassung. Auch die australische Regierung setzte sich für die Freilassung ihres Staatsbürgers ein.

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