„Krone“-Kolumne
Im Zweifel für Marine Le Pen
In wenigen Tagen wählt Frankreich. Und wenn nicht alle Umfragen trügen, wird es zu einem Erdbeben kommen. Die Partei von Marine Le Pen, der Rassemblement National, dürfte einen deutlichen Wahlsieg einfahren. An zweiter Stelle könnte ein links-linkes Volksfront-Bündnis stehen, abgeschlagen erst dahinter die Liberalen von Staatspräsident Emmanuel Macron. Und überraschend haben nun prominente französische Juden wie der legendäre Nazijäger Serge Klarsfeld erklärt, bei den Stichwahlen würden sie „ohne Zögern“ Le Pen wählen.
EINERSEITS wurde nun von Linken entsetzt eingewendet, man mache damit jene Partei salonfähig, deren Gründer den Holocaust noch als „Detail der Geschichte“ abgetan hatte.
ANDERERSEITS haben Vertreter der jüdischen Gemeinden und Galionsfiguren wie Klarsfeld deutlich gemacht, dass die Partei von Le Pen im Gazakrieg ohne Wenn und Aber hinter Israel stünde, während das Linksbündnis und speziell dessen Drahtzieher Jean-Luc Mélenchon offensiv propalästinensisch eingestellt wäre. Bei Stichwahlen zwischen dem Linksbündnis und dem Rassemblement National würde man also ohne Zweifel für Letzteres stimmen.
Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass nahezu alle Rechtsparteien in Europa, so wie die Partei von Le Pen, klar pro-israelisch orientiert sind und im Gegensatz zur Linken den Überfall der Hamas klar verurteilt haben. Das alte Vorurteil von den antisemitischen Rechten stimmt längst nicht mehr.








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