Konzern droht Anklage

Defekt: Boeing 777 musste nach dem Start umkehren

Ausland
24.06.2024 08:15

Erneuter Zwischenfall einer Boeing-Maschine: Ein Flugzeug des Typs 777 musste am Sonntag kurz nach dem Start wegen eines technischen Defekts umkehren – die Maschine landete am Flughafen Amsterdamer Flughafen Schiphol, wo sie kurz zuvor abgehoben war. Dem Boeing-Konzern droht nach seiner Pannenserie Ungemach vor Gericht: Die US-Staatsanwaltschaft empfiehlt eine Anklage gegen Boeing.

Das Großraumflugzeug des Typs Boeing 777 kehrte rund 40 Minuten nach dem Start aus Sicherheitsgründen um. Die Maschine der niederländischen Gesellschaft KLM war auf dem Weg nach Rio de Janeiro und befand sich über Belgien, als ein technischer Defekt gemeldet wurde, teilte die niederländische Luftverkehrsleitung laut der Nachrichtenagentur ANP mit.

Kerosin über der Nordsee abgelassen
Das Flugzeug sei sicher gelandet, die Insassen seien nicht in Gefahr gewesen, sagte ein KLM-Sprecher der Agentur. Um was für einen Defekt es sich konkret handelte, wurde nicht mitgeteilt. Vor der Sicherheitslandung wurde den Angaben zufolge über der Nordsee Kerosin abgelassen. Am Airport waren Rettungskräfte in Alarmbereitschaft – eine Routinemaßnahme in solchen Fällen.

Die Passagiere von Flug KLM705 würden noch am Sonntag mit einer anderen Maschine nach Rio de Janeiro gebracht, hieß es bei KLM. Wie viele Fluggäste betroffen waren, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Der Konzern Boeing steckt seit mehreren Jahren und zahlreichen Vorfällen in der Krise. (Bild: APA/AP Photo/Lewis Joly)
Der Konzern Boeing steckt seit mehreren Jahren und zahlreichen Vorfällen in der Krise.

In Zusammenhang mit zwei Abstürzen von 737-MAX-Jets mit insgesamt 346 Toten droht Boeing indes ein gerichtliches Nachspiel: Die US-Staatsanwaltschaft empfiehlt Insidern zufolge dem Justizministerium, Anklage gegen den Flugzeughersteller zu erheben. Im Mai hatte das Justizministerium festgestellt, dass der Konzern gegen eine Vereinbarung aus dem Jahr 2021 verstoßen hat. 

Staatsanwälte sehen Vereinbarung verletzt
Im Rahmen der Vereinbarung von 2021 zahlte der Airbus-Rivale 2,5 Milliarden Dollar, um eine Strafverfolgung wegen Betrugs bei der US-Luftfahrtbehörde FAA abzuwenden. Dafür musste der Konzern seine Compliance-Verfahren überarbeiten und regelmäßig Berichte vorlegen. Laut Insidern sehen die Staatsanwälte diese Auflagen als verletzt an. Boeing wies die Vorwürfe zurück.

Das Justizministerium muss bis zum 7. Juli über eine Strafverfolgung entscheiden. Ein Sprecher des Justizministeriums wollte sich auf Anfrage von Reuters zunächst nicht äußern.

Vergangene Woche forderten die Angehörigen der Opfer der beiden Abstürze die Staatsanwaltschaft auf, eine Geldstrafe von fast 25 Milliarden Dollar gegen Boeing zu verhängen und strafrechtlich gegen den Flugzeugbauer vorzugehen.

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