Kassenstellen besetzt

Jennersdorfer Rezept gegen den Ärztemangel wirkt

Burgenland
22.06.2024 11:00

Fast 5000 Einwohner und nur ein Hausarzt: Im südlichsten Bezirksvorort hat man dem Ärztemangel erfolgreich den Kampf angesagt. Mit Juli sind nach zehn Jahren wieder alle Kassenstellen für Allgemeinmedizin besetzt. 

Ein Patentrezept gegen den Kassenärztemangel gibt es nicht. Die Stadt Jennersdorf zeigt jetzt eindrucksvoll vor, wie es möglich ist, mit Innovation, Kooperation und dem Know-how einer Expertengruppe den Ärztemangel der Vergangenheit angehören zu lassen. Jahrelang war man im südlichsten Bezirksvorort verzweifelt auf der Suche nach Medizinern. Als eine der ersten Gemeinden im Burgenland hat man sich darauf verständigt, Ärzte mittels finanziellen Anreizen von der Attraktivität des Standorts zu begeistern. Zwischenzeitlich funktionierte der Plan, eine langfristige Lösung, zeichnete sich jedoch nicht ab.

Schwierige medizinische Versorgung mitten in den Pandemie 
Der traurige Tiefpunkt folgte dann mitten in der Pandemie, wo es in der knapp 5000-Einwohner-Gemeinde nur mehr einen Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag gab, erinnert sich Stadtchef Reinhard Deutsch. Mithilfe einer Arbeitsgruppe – bestehend aus Vertretern der Gemeinde, des Gesundheitsnetzwerks Raabtal, Ärzten und Vertretern von Gesundheitsberufen, machte man sich dann vor drei Jahren auf den Weg, die medizinische Unterversorgung in den Griff zu bekommen. Mit Erfolg, wie sich jetzt zeigt. „Wir haben die richtigen Stellschrauben betätigt und bewiesen, dass es auch außerhalb des urbanen Raumes möglich ist, eine gute Gesundheitsversorgung zu haben“, sagt Stadtrat Oliver Stangl.

Eine Ordination, zwei Kassenstellen
Am 1. Juli eröffnet Dr. Hannah Hafner ihre neue Kassenordination im Gesundheitszentrum und macht somit das Trio an Hausärzten in der Stadt wieder komplett – erstmals nach zehn Jahren. Möglich ist das durch eine besondere Konstellation. Hafner teilt sich mit Dr. Rosa Rogenhofer, die vor einem Jahr eine Kassenstelle übernommen hat, eine Ordination. Für die Patienten hat das viele Vorteile, schildert die Ärztin. „Wir können so von Montag bis Freitag Öffnungszeiten von 7.30 bis 17.30 Uhr garantieren und auch im Vertretungsfall einfach und schnell reagiere“, so Hafner.

Medizinische Qualität stimmt wieder
Auch ihre Kollegin ist angesichts der neuen Ordinations-Partnerschaft Feuer und Flamme. „Es freut mich, dass die fundierte medizinische Qualität in Jennersdorf wieder Einzug gehalten hat“, erklärt Rogenhofer. Und, auch im Gesundheitszentrum zeigt das Jennersdorfer Rezept Wirkung. Wo früher ein Arzt beheimatet war, ist das Haus mit Ordinationen und verschiedenen Gesundheitspraxen mittlerweile gut gefüllt.

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