Wird jetzt Oberösterreich sprichwörtlich eingenebelt? Diese Befürchtung äußerten nach der Cannabis-Legalisierung in Deutschland per 1. April einige Kritiker. Zweieinhalb Monate später bleibt der große Rausch im Grenzbereich – zumindest bisher – noch aus.
Bedenkliche „Rauchwölkchen“ sind aber zu sehen: „Wir stellen fest, dass bei in Deutschland wohnhaften Bürgern die Hemmschwelle gesunken ist, was das Lenken von Fahrzeugen unter Suchtgifteinfluss betrifft“, sagt Matthias Osterkorn, Polizeikommandant von Schärding – jenem Bezirk mit den meisten Grenzübergängen.
Rund 15 deutsche Drogenlenker haben Osterkorns Polizisten bisher an der Grenze aus dem Verkehr gezogen. Man merke einen Anstieg – allerdings wird auch verstärkt kontrolliert –, „aber es ist ein sehr überschaubarer Rahmen. Eine besorgniserregende Entwicklung ist nicht festzustellen“. In den anderen Grenzbezirken sei das ähnlich.
Kein Schmuggler
Noch kein einziger Österreicher unter Drogen wurde an den Schärdinger Grenzen angehalten. Ebenso flog bis dato niemand auf, der Cannabis von Deutschland nach OÖ hätte schmuggeln wollen. „Wir führen das darauf zurück, dass die Struktur in Deutschland erst aufgebaut wird. Wir merken, dass Hanfpflanzen bei uns vermehrt durch deutsche Staatsbürger gekauft werden“, sagt Osterkorn. Das meldete auch die deutsche Polizei immer wieder.
Die Schwerpunktkontrollen in Oberösterreich werden bis auf Weiteres fortgeführt. Ende des Jahres soll Bilanz gezogen werden.
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