Sie gilt als Symbol des Friedens, lässt aber in Laakirchen aktuell die Wogen hochgehen: eine Friedenstaube mit Beinprothese, die seit Mittwoch am Friedhofsareal der Gemeinde steht. Opferverbände kritisieren die geplante Entfernung eines NS-Mahnmals.
In etlichen Facebook-Postings machen Bewohner ihrem Ärger Luft: „Zum Kotzen“, „Jetzt ist die Trottelei am Friedhof angekommen“ oder „Schaut aus wie ein behindertes Gansl und kostet enorm viel Geld“, ist da etwa zu lesen.
Die Skulptur des Künstlers Werner Reiterer ging als Siegerprojekt eines Wettbewerbs hervor, den die Diözese im Auftrag der Stadt durchgeführt hatte. Grund: eine Umgestaltung des Stadtplatzes, im Zuge derer ein dort befindliches NS-Mahnmal samt Kriegerdenkmal entfernt und durch die Tauben-Skulptur am Friedhofsgelände ersetzt werden sollte.
„Namen der Opfer verschwinden“
Dagegen wird schon seit dem Bekanntwerden der Pläne im Herbst Sturm gelaufen. Opferverbände kritisierten etwa, dass mit dem Entfernen solcher Denkmäler auch die Namen der Opfer verschwinden würden. Dem schloss sich im Februar auch die Grüne Jugend aus dem Bezirk Gmunden an.
Bürgermeister Fritz Feichtinger (SPÖ) war am Feiertag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, hatte aber schon vor der Präsentation erwartet, dass der Entwurf für Diskussionen sorgen werde. Die Beinprothese der Taube soll übrigens die Fragilität des Friedens symbolisieren. Der Gemeindefrieden in Laakirchen scheint momentan besonders fragil.
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