Völlig desolate und verwüstete „Geisterhäuser“ sorgen in Reith bei Seefeld in Tirol schon länger für Aufregung und Diskussionsstoff. Schneller als erwartet kam nun das Aus für den „Lost Place“ am Seefelder See. Das hat vermutlich einen entscheidenden Grund.
Jahrzehntelang waren drei Gebäude direkt am Ufer des viel besuchten Seefelder Wildsees dem Verfall preisgegeben. Vor mehr als 30 Jahren sperrten die ehemals touristisch genutzten Betriebe für immer zu. Seitdem sind sie sich selbst überlassen.
Kinder und Jugendliche entdeckten mit der Zeit den „Lost Place“ als Abenteuerspielplatz. Dabei schreckten sie auch vor Vandalenakten nicht zurück. Und offenbar auch nicht davor, auf das Dach eines der maroden Gebäude zu klettern. Das sah ein Familienvater, der mit seinen Kindern um den See spazierte. „Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis etwas Schreckliches passiert“, schlug er bei der „Krone“ Alarm.
Nach Bericht kam es zu Treffen
Die Berichte darüber schreckten offenbar auch den Besitzer des 5000 Quadratmeter großen Grundstücks auf, der die meiste Zeit des Jahres in Dubai seinen Geschäften nachgeht und sich nur sehr selten in Tirol aufhält. Es kam zu einem Treffen mit Bürgermeister Dominik Hiltpolt.
Nach Jahrzehnten des Stillstands ist der Abriss doch schneller gekommen als erwartet. Wohl auch ein Verdienst der Berichterstattung der „Tiroler Krone“.
Dominik Hiltpolt, Bürgermeister der Standortgemeinde Reith bei Seefeld
„Ich habe dem Eigentümer den Standpunkt der Gemeinde vermittelt, dass der Zustand so nicht weiter bestehen bleiben kann, da sich die Bausubstanz immer weiter verschlechtern wird und das Ortsbild im beliebten Naherholungsgebiet direkt am Wildsee massiv leidet. Bevor hier wirklich Gefahrenstellen entstehen und der Ort weiter von Vandalen aufgesucht wird, hat man sich darauf verständigt, dass ein Abriss der Gebäude unausweichlich ist.“ Das war im Frühjahr dieses Jahres.
Anwesen ist Millionen Euro wert
Hiltpolt rechnete mit einem Abriss bis Herbst. Doch bereits jetzt sind die Bagger aufgefahren. „Es wird ein Totalabriss. Nichts bleibt stehen“, sagt Hiltpolt. Und was passiert dann mit dem Grundstück? „Ich weiß es nicht. Ich habe nicht nachgefragt.“ Der Wert des Areals: Mehrere Millionen Euro.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.