Große Betroffenheit

Trauer um Ex-AK-Präsident Alfred Schreiner

Burgenland
29.04.2024 14:06
Porträt von Burgenland-Krone
Von Burgenland-Krone

Alfred Schreiner, ehemaliger Präsident der Arbeiterkammer Burgenland, ist im Alter von 69 Jahren verstorben. Der Hirmer prägte die burgenländische Arbeitnehmervertretung über Jahrzehnte und war auch Bürgermeister und Landtagsabgeordneter. Die Politik trauert um eine Ausnahmeerscheinung.

Seine gewerkschaftliche und politische Karriere begann Alfred Schreiner im Alter von 15 Jahren als Jugend- und Bildungssekretär des ÖGB und als Vorsitzender der SJ. In weiterer Folge war der gelernte Schlosser ÖGB-Jugendsekretär und Landessekretär. Ab 1989 Kammerrat und Vorstandsmitglied der AK. Im selben Jahr wurde er auch Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Hirm. Von 2000 bis 2017 schließlich AK-Präsident. Zudem saß er von 1996 bis 2000 für die SPÖ im Landtag und war auch Vorsitzender der Kinderfreunde.

Michalitsch: „Wortgewaltige Stimme für Arbeitnehmer“
Die Nachricht seines plötzlichen Todes löste große Bestürzung aus. „Fredi wird uns als Freund, Kollege und Mitkämpfer unendlich fehlen. Mit ihm ist eine wortgewaltige Stimme für die Interessen der Arbeitnehmer verstummt“, sagte AK-Präsident Gerhard Michalitsch. Gerade als AK-Präsident habe er sich in einer bewegten politischen Zeit wortgewaltig für die Beschäftigten eingesetzt. „So wie er immer für die Menschen gekämpft hat, so hat er sich nach einem Schlaganfall 2014 auch in seine Tätigkeit als AK-Präsident zurückgekämpft. Ihm gebühren unser allerhöchster Respekt und ewige Dankbarkeit“, sagt Michalitsch.

Vom Land Burgenland wurde er 2017 mit dem Komturkreuz des Landes sowie von der SPÖ mit der ...
Vom Land Burgenland wurde er 2017 mit dem Komturkreuz des Landes sowie von der SPÖ mit der Victor-Adler-Plakette geehrt.(Bild: Valerie Alwasiah)

Doskozil: „Politisch und menschlich eine Ausnahmeerscheinung“
„Mit Alfred Schreiner verliert das Burgenland nicht nur einen leidenschaftlichen Arbeitnehmervertreter, sondern auch einen herausragenden Menschen, der das Burgenland als AK-Präsident, als Gewerkschafter und als Sozialdemokrat enorm geprägt hat. 45 Jahre lang kämpfte Alfred Schreiner unermüdlich für die Rechte der Arbeitnehmer und war ein vehementer Befürworter der Sozialpartnerschaft. Während seiner Amtszeit setzte er sich für die berufliche Weiterbildung und die Erweiterung der dualen Ausbildung ein. Meilensteine seiner herausragenden Tätigkeit waren die Umsetzung von ,Lehre mit Matura‘, der Ausbau von Lehrwerkstätten oder die Forcierung der Beratungstätigkeit der Arbeiterkammer", sagt Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Er sei politisch und menschlich eine Ausnahmeerscheinung gewesen, die unglaublich fehlen werde. „Er war jahrzehntelang eine gewichtige Stimme der Sozialpartnerschaft und hat sich immer in den Dienst der Interessen der Beschäftigten gestellt", zeigt sich auch Landesrat Leonhard Schneemann betroffen.

WK-Präsident würdigt Engagement
Tief betroffen zeigt sich auch Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Wirth, der Schreiner als verlässlichen Partner und positiven Verfechter der gelebten Sozialpartnerschaft beschreibt. „Durch sein Engagement konnten im Burgenland viele Projekte – vor allem im Bereich der Lehrlingsausbildung – umgesetzt werden. Meine Anteilnahme gilt in diesen schweren Stunden seinen Angehörigen", so Wirth.

Landtagspräsident Hergovich: Tief bestürzt über das Ableben von Alfred Schreiner
„Das Burgenland verliert einen großen Burgenländer, der den Menschen stets in den Mittelpunkt gestellt hat“, so auch Landtagspräsident Robert Hergovich, der Schreiner auch als großes Vorbild und Freund bezeichnet. 

Klubobmann Fürst: Schreiner war eine Ikone der Sozialpartnerschaft
„Er war eine Ikone der burgenländischen Sozialpartnerschaft und hoch angesehen bei allen politischen Parteien. Auch menschlich war Fredi ein Vorbild. Ein großer Verlust für den SPÖ-Landtagsklub und die burgenländische Sozialdemokratie insgesamt. Wir werden seiner immer ehrend gedenken", so Fürst.

Erschüttert vom plötzlichen Ableben, zeigt sich die SPÖ-Landesgeschäftsführung Jasmin Puchwein und Kevin Friedl: „Alfred Schreiner war ein leidenschaftlicher Gewerkschafter und glühender Sozialdemokrat. Mit seinem Tod verliert das Burgenland nicht nur einen engagierten Arbeitnehmervertreter, sondern auch einen politischen Mitstreiter, der zahlreiche wichtige Initiativen auf den Weg gebracht hat, die das Burgenland nachhaltig geprägt haben.“

Betroffen zeigt sich auch der SP-Bezirksparteivorsitzende im Bezirk Mattersburg, Thomas Hoffmann. „Ich hatte bis vor wenigen Tagen regelmäßig den Austausch mit Fredi gepflegt. Er war zwar kein politischer Funktionär mehr, aber stets ein politischer Kopf, der die realen Sorgen und Ängste der Menschen aus meiner Sicht richtig zuordnen konnte“, so Hoffmann.

Sagartz: Schreiner als „Inbegriff der Sozialpartnerschaft“
Schreiner „galt als Inbegriff der burgenländischen Sozialpartnerschaft“ und hat es verstanden, die Gesprächskanäle und das Miteinander zu allen politischen Lagern offenzuhalten, denn er wusste, dass das Wohl des Landes über Parteigrenzen steht", reagierte auch ÖVP-Landesparteiobmann Christian Sagartz auf das Ableben von Alfred Schreiner. 

ÖGB trauert um Freund und Vorbild
„Mit tiefer Bestürzung und schwerem Herzen nehmen wir Abschied von einem Gewerkschafter, der sein Leben dem Einsatz für die Interessen der Arbeitnehmer gewidmet hat. Fredi war weit mehr als nur ein Kollege – er war ein Vorbild, ein Freund und ein unermüdlicher Kämpfer für die Rechte der Arbeitenden. Sein plötzlicher Tod hinterlässt eine Lücke, die nicht leicht zu füllen ist. Wir erinnern uns an Fredi als einen Mann mit einem unerschütterlichen Kampfgeist und unvergleichlicher Wortgewalt, der stets an vorderster Front für die Belange der Arbeiter stand“, so ÖGB Landesvorsitzender Erich Mauersics tief betroffen.

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