Bei Gaza-Krankenhaus

Bildanalyse: Massengrab schon vor Israel-Offensive

Ausland
25.04.2024 06:45

Einem Medienbericht zufolge kann Israel gar nicht für jenes Massengrab verantwortlich sein, das nach dem Abzug der Armee aus Khan Younis im Gazastreifen auf dem Areal eines Krankenhauses gefunden wurde. Analysen von Bildmaterial sollen beweisen, dass es das Grab bereits vor der israelischen Offensive gegeben hat.

Das habe die Auswertung von Satellitenbildern und Filmmaterial durch namentlich nicht genannte unabhängige Analysten ergeben, berichtete die „Jerusalem Post“ am Mittwoch. Die von der Hamas und arabischen Medien verbreiteten Behauptungen, die israelischen Soldaten hätten die Leichen von Palästinensern vergraben, um sie „zu verstecken“, seien falsch, schrieb die Zeitung.

Bisher keine unabhängige Prüfung möglich
Der von der Hamas kontrollierte Zivilschutz gab laut dem Sender CNN an, auf dem Gelände des Nasser-Krankenhauses 324 Leichen freigelegt zu haben, nachdem sich Israels Armee dort zurückgezogen hatte. Unabhängig prüfen lassen sich die Angaben nicht.

Während der Kämpfe mussten viele Todesopfer an sichereren Orten wie Krankenhäusern begraben werden. (Bild: APA/AFP)
Während der Kämpfe mussten viele Todesopfer an sichereren Orten wie Krankenhäusern begraben werden.
Bildanalysen deuten darauf hin, dass die nun „entdeckten“ Massengräber bereits vor dem israelischen Einmarsch existiert haben. (Bild: APA/AFP)
Bildanalysen deuten darauf hin, dass die nun „entdeckten“ Massengräber bereits vor dem israelischen Einmarsch existiert haben.

Der UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hatte sich entsetzt über die Berichte von der Entdeckung von Massengräbern bei Kliniken in Gaza gezeigt und eine unabhängige Untersuchung der Hintergründe der Todesfälle gefordert. Krankenhäusern komme nach dem humanitären Völkerrecht ein ganz besonderer Schutz zu. „Und die vorsätzliche Tötung von Zivilisten, Gefangenen und anderen Personen, die sich nicht im Kampf befinden, ist ein Kriegsverbrechen“, hieß es. 

UNO: „Wissen nicht, ob sie lebendig begraben wurden“
Laut Türks Büro, das sich auf Angaben des Zivilschutzes berief, waren einige Leichen an den Händen gefesselt. „Wir wissen nicht, ob sie lebendig begraben oder hingerichtet wurden. Die meisten der Leichen sind verwest“, zitierte CNN den Chef des Zivilschutzes in Khan Younis.

UNO-Menschenrechtskommissar Volker Türk (Bild: AP)
UNO-Menschenrechtskommissar Volker Türk

Die israelische Botschaft in Genf hatte am Dienstagabend in einer Stellungnahme erklärt, die Behauptung, israelische Streitkräfte hätten dort die Leichen von Palästinensern vergraben, entbehre jeder Grundlage. Man habe auf der Suche nach israelischen Geiseln lediglich Leichen exhumiert und diese anschließend wieder zurückgelegt. Die Würde der Verstorbenen sei gewahrt worden.

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