„In Zungen“ geredet

Bizarre Gebete für Abtreibungsverbot in den USA

Ausland
13.04.2024 11:46

Das Oberste Gericht des US-Bundesstaats Arizona hat am Dienstag ein Abtreibungsverbot aus dem Jahr 1864 für gültig erklärt (siehe Video oben). Dieses untersagt alle Schwangerschaftsabbrüche, außer das Leben der Schwangeren ist in Gefahr. Zuvor hatte eine Gebetsgruppe noch mit einem bizarren Ritual im Senat für Aufmerksamkeit gesorgt.

Sie beteten in einem ansonsten menschenleeren Raum. Laut US-amerikanischen Medienberichten hat sich der Vorfall am Montag und damit einen Tag vor der Entscheidung ereignet. Wie Aufnahmen zeigen, knien die Menschen über dem Siegel des Staates, gestikulieren und sprechen dabei unverständliche Worte. Es soll sich um ein Ritual namens Zungenreden handeln, das in evangelikalen Gruppen beliebt ist.

Hier sehen Sie ein Video von dem Vorfall.

Senator betete mit
Unterstützt wurde die Gruppe von dem republikanischen Senator Anthony Kern, der unter anderem ruft „Lass‘ es so sein, Vater Gott.“ Kern bestätigte seine Teilnahme und erklärte, für das Abtreibungsverbot von 1864 gebetet zu haben. „Es sieht so aus, als ob unser Gebetsteam einige Gotteshasser aufgewiegelt hat“, schrieb er auf der Plattform X.

Die Reaktionen auf das Video sind auf X überwiegend negativ. So fragen Nutzerinnen und Nutzer etwa, warum das in einem Regierungsgebäude überhaupt erlaubt sei, oder merken an, dass höhere Bildung dieses Problem lösen würde.

Der Senat in Arizona (Bild: AP)
Der Senat in Arizona
Protest von Abtreibungsbefürworterinnen und Befürwortern in Arizona (Bild: AP)
Protest von Abtreibungsbefürworterinnen und Befürwortern in Arizona
Abtreibungsgegnerinnen und -gegner vor dem Supreme Court (Archivbild) (Bild: AP/Steve Helber)
Abtreibungsgegnerinnen und -gegner vor dem Supreme Court (Archivbild)

Mehr Sterilisationen seit Abtreibungsverboten
Das landesweite Recht auf Abtreibung in den USA (aus dem Jahr 1973) wurde im Jahr 2022 gekippt. Etwa 20 konservativ geprägte Bundesstaaten haben das Recht seither komplett abgeschafft oder zumindest eingeschränkt.

Laut einer neuen Studie gibt es jetzt deutlich mehr Sterilisationen als zuvor, vor allem bei Frauen. Eine der Studienautorinnen, Jacqueline Ellison von der University of Pittsburgh School of Public Health, begründet das mit der höheren Verantwortung von Frauen, ungewollte Schwangerschaften zu verhindern.

Hohe Kosten, komplexer Eingriff
Allerdings sind die Operationen bei Frauen deutlich komplexer und zwei- bis sechsmal teurer als bei Männern. Auch für die Umkehrung der Sterilisation ist wieder ein komplexer Eingriff nötig. Die Studie legte ihren Schwerpunkt auf 18- bis 30-Jährige und zog medizinische Daten von großen Zentren und Krankenhäusern heran.

In Österreich können die Kosten für Frauen bis zu 2000 Euro betragen, bei Männern sind es bis zu 1000 Euro für eine Vasektomie. Der Eingriff ist rechtlich ab 25 Jahren erlaubt. Schwangerschaftsabbrüche sind innerhalb der ersten drei Monate straffrei.

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