Sex-Export:

Ohlala! Nashorn „Malou“ wird wegen Liebe Französin

Oberösterreich
04.04.2024 19:00

Der Liebe wegen, oder prosaischer, der Fortpflanzung zuliebe: Das eineinhalb Tonnen schweres Nashorn „Malou“ wurde in videoüberwachtem Container vom Zoo Schmiding 16 Stunden lang durch hlab Europa transportiert, um sich in Südfrankreich  mit einem Artgenossen paaren zu können. Ein “Sex-Export“ der besonderen Art.

Malou“ ist umgezogen! Und da steckte allerhand dahinter, denn „Malou“ ist ein eineinhalb Tonnen schweres Breitmaulnashorn-Weibchen, das durch halb Europa gebracht werden musste – also im wahrsten Sinne des Wortes keine „leichte“ Aufgabe.

„Malou“ wurde im Container mit dem Kran auf ein Fahrzeug gehievt
„Malou“ wurde im Container mit dem Kran auf ein Fahrzeug gehievt(Bild: Zoo Schmiding/Peter Sterns)

16 Stunden lang fuhr das vier Jahre alte Weibchen von Mittwoch auf Donnerstag in einem Spezial-Container von Schmiding in den Zoo Barben nach Südfrankreich. „Sie hatte Karotten, Pellets und Heu im Container. Also das, was sie gerne mag“, schildert Daniela Artmann, Zoologin in Schmiding, wie der außergewöhnliche Umzug ablief.

Nach langem Training soll bald „amour“ warten
Alle paar Stunden machte der Transporter, der permanent videoüberwacht wurde, Halt, um nachsehen zu können, wie es „Malou“ geht. Dass das 2020 in Schmiding geborene Weibchen an ihrem großen Tag so problemlos in den Container stieg, ist wochenlangem Training zu verdanken. Immer wieder übten Tierpfleger mit ihrer „Malou“, einzusteigen, drinnen gefüttert zu werden und dann wieder entspannt aussteigen zu können. Aber auch logistisch war das Unterfangen eine Herausforderung.

„Malou wiegt 1,4 oder 1,5 Tonnen, der Container wog auch noch einiges. Da braucht man schon ordentliche Kräne“, sagt Artmann. Insgesamt brachte die beladene Transportkiste ein Gewicht von rund 3,5 Tonnen auf die Waage. „Ein kleineres Fahrzeug brachte sie zuerst aus dem Zoo hinaus, dann wurde noch einmal umgeladen“, so Artmann.

Das Team des Zoo Schmiding trainierte mit dem Nashorn wochenlang das Einsteigen
Das Team des Zoo Schmiding trainierte mit dem Nashorn wochenlang das Einsteigen(Bild: Zoo Schmiding/Peter Sterns)

Die lange Reise nahm das Nashorn-Weibchen deshalb auf sich, weil es in Frankreich „amour“ – Liebe – finden soll. „Sie ist übersiedelt worden, um dort einen neuen Partner zu bekommen“, erklärt die Zoologin. Ziel: Artenschutz, also die Fortpflanzung der Breitmaulnashörner. Den Mitarbeitern des Zoos Schmiding fiel der Abschied von „Malou“ nicht leicht: „Wie ihre Mutter ist auch sie ein temperamentvolles Nashorn, das aufgrund seines aufgeweckten Charakters bei seinen Pflegern sehr beliebt ist“, sagt Tierpflegerin Can Hasibe.

Über den Abschied hinwegtrösten können ihre Artgenossen: In Schmiding leben immer noch vier erwachsene Nashörner.

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