Prozess in Frankreich

159 Katzen, 7 Hunde: Tierhaltungsverbot für Paar

Ausland
03.04.2024 22:47
Porträt von krone.at
Von krone.at

159 Katzen und sieben Hunden hielten ein Mann und eine Frau auf 80 Quadratmetern: Ein Gericht im südfranzösischen Nizza hat ein Paar zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt und ihm die Haltung von Haustieren dauerhaft verboten. 

Angesichts des „stark beeinträchtigten Gesundheitszustands“ der Tiere wurden die beiden schuldig gesprochen, ihre Schützlinge ausgesetzt zu haben.

Die Angeklagten müssen überdies mehr als 150.000 Euro Schadenersatz an Tierschutzverbände zahlen, unter anderem für die Betreuung der bei ihnen gefundenen Tiere. Die 68-jährige Besitzerin der Tiere gab nach der Verurteilung an, nicht „aufgeben“ zu wollen. „Wer würde gegen eine solche Ungerechtigkeit nicht Berufung einlegen? Es ist, als würde man einer Frau sagen, dass sie keine Kinder mehr haben wird“, sagte sie.

Polizei fand auch Kadaver
Die Polizei war 2023 zu einem Nachbarschaftsstreit gerufen worden und fand in der Wohnung des Paares Dutzende unterernährte, von Parasiten und Wunden übersäte Tiere vor. In einem Badezimmer fanden Ermittler zudem die Kadaver von mindestens zwei Katzen und zwei Welpen.

Die Organisation ARPA nahm sich nach dem Fund im Juli 2023 der Tiere an:

„Es waren die Lieben meines Lebens, aber ich bin abgerutscht“, hatte die Frau bei der Anhörung angegeben. Die Wohnung und die Tiere seien nur vorübergehend in einem schlechten Zustand gewesen. Sie habe nach Lösungen gesucht, sei aber hilflos gewesen, weil die Katzen an einer Infektion gelitten hätten und die Hitzewelle sie selbst krank gemacht habe, gab die 68-Jährige an.

„Noah-Syndrom“ festgestellt
In einem psychologischen Gutachten wurde ein „Noah-Syndrom“ festgestellt - eine Tiersammelsucht, bei der es ein Verlangen gibt, mehr Tiere als gewöhnlich zu halten, ohne die Fähigkeit zu haben, sich angemessen um sie zu kümmern.

Der Frau und ihrem 52-jährigen Partner drohte ein Räumungsverfahren, sie hatten Mietschulden in Höhe von 8000 Euro angesammelt. Bereits 2014 waren die beiden im Mittelpunkt einer Untersuchung gewesen, als sie mit 13 Katzen und einem Hund in einer Wohnung von 18 Quadratmetern lebten.

Mehrere Jahre später nahm die Frau 30 Katzen bei sich auf, die sie in einem verlassenen Gebäude fand – im Glauben, dass den Katzen eine Vergiftung drohe. Dann pflanzten sich die Tiere fort.

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