Im Internet wurde ein zwölf Hektar großes Betriebsgebiet in der Nähe von Vöcklabruck und einen Kilometer von der Westautobahn entfernt Konzernen oder großen Firmen zum Kauf angeboten. Explizit war von einem großen Gelände die Rede. Sehr viele Details wurden geschildert. Das Grundstück existiert aber nicht.
Mit 44 Millionen € ist eine Villa am Wolfgangsee noch immer die teuerste im Internet angebotene Immobilie Oberösterreichs. Auf Platz zwei reihte sich Mitte der Woche plötzlich ein zwölf Hektar großes Betriesbaugebiet in der Nähe von Vöcklabruck um 23,6 Millionen Euro (3% Maklerprovision nicht eingerechnet) ein.
197 Euro für den Quadratmeter
Gesucht wurden Konzerne oder größere, seriöse Betriebe, die bereit sind, 197 Euro für den Quadratmeter hinzublättern. Das Grundstück sei einen Kilometer von der A 1 entfernt. Auf allen Zufahrtsstraßen dürften Lkw fahren, für die Infrastruktur wäre gesorgt.
Bürgermeister wissen von nichts
„Von einem Betriebsbaugebiet in dieser Größe weiß ich nichts. Es kann nicht auf unserem Stadtgebiet sein“, meinte der Vöcklabrucker Bürgermeister Peter Schobesberger (SP). Auch seinen Kollegen Peter Harringer (VP) aus Regau und Jürgen Berchtaler (SP) aus Pinsdorf sowie dem aus dem Bezirk Vöcklabruck stammenden Landtagsabgeordneten Rudi Hemetsberger ist ein derart riesiges Areal nicht bekannt. Wenig überraschend. Das Firmengelände gibt es gar nicht.
Firma rudert zurück
„Ich muss das Inserat überdenken und umformulieren“, erklärte der in der Anzeige angegebene Kontaktmann der „Krone“. Er ist Geschäftsführer einer Firma, die laut Eigendefinition auf Gastronomie-Immobilien spezialisiert ist.
Es sei nicht ein Grundstück gemeint, sondern mehrere, die ihm Mittelsmänner als mögliche Firmenstandorte genannt hätten. Die Flächen müssten erst für Betriebsansiedelungen gewidmet werden. Mit einigen Gemeinden habe er aber gesprochen. Kurz nach dem Telefonat wurde die Anzeige gelöscht
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