Droht eine neue Front?

Separatisten bitten Moskau um „Schutz“ vor Moldau

Ausland
28.02.2024 13:52

Pro-russische Separatisten in der abtrünnigen Region Transnistrien haben das russische Regime um „Schutz“ vor Moldau gebeten. Bei einem Sonderkongress beschlossen die Behördenvertreter von Transnistrien am Mittwoch eine entsprechende Erklärung.

Die Behörden des international nicht anerkannten und ausschließlich von Russland legitimierten De-facto-Regimes Transnistrien wenden sich laut Berichten russischer Nachrichtenagenturen aufgrund des „Drucks der Republik Moldau“ an Moskau um Hilfe.

Resolution an russisches Parlament
Der Resolution zufolge wird das russische Parlament darum gebeten, „Maßnahmen einzuleiten, um Transnistrien angesichts des zunehmenden Drucks durch Moldau zu verteidigen“. Es gebe „sozialen und wirtschaftlichen Druck auf Transnistrien, der den europäischen Prinzipien und Ansätzen zum Schutz der Menschenrechte und des freien Handels direkt widerspricht“, hieß es in der Erklärung.

Darin wird auch darauf hingewiesen, dass mehr als 220.000 russische Staatsbürger auf dem Territorium der von Moldau abtrünnigen Region leben. Initiiert wurde die Resolution vom Präsidenten der selbsternannten Republik, Wadim Krasnoselski.

Unter russischem Einfluss
Die „Pridnestrowische Moldauische Republik“, so die Eigenbezeichnung, entstand zwischen 1990 und 1992 beim Zerfall der Sowjetunion. Seither hat sich Transnistrien von der Regierung in Chisinau abgespalten und steht unter russischem Einfluss. Rund 1500 russische Soldaten sind dort stationiert, dazu kommen bis zu 15.000 moskautreue Paramilitärs.

In den vergangenen Monaten und Jahren gab es immer Anzeichen dafür, dass der seit 1992 eingefrorene Konflikt wieder aufflammen könnte. Im März 2023 erklärte etwa die Separatistenführung, dass sie ukrainische Anschlagspläne auf Präsident Krasnoselski und weitere Anführer vereitelt habe.

Ähnlich begann der Ukraine-Krieg
Der Appell weckt böse Erinnerungen: Am Abend des 23. Februar 2022 hatten sich Separatisten in den ostukrainischen Gebieten Donezk und Luhansk um Hilfe gegen die „Aggression“ der Ukraine an Russland gewandt. Am Tag darauf startete der russische Präsident Wladimir Putin seine Invasion.

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