Causa „Busentführung“:

Chefin der Wiener Linien siegt vor Gericht

Wien
26.02.2024 08:00

Ein Gewerkschafter, der Sicherheitslücken im Busbetrieb der Wiener Linien aufzeigen wollte, sah sich von Alexandra Reinagl in seinem Ruf geschädigt. Die Geschäftsführerin hatten ihrem Ex-Mitarbeiter indirekt eine „hohe kriminelle Energie“ unterstellt. Das darf sie laut Richterin auch.

Regelmäßige „Krone“-Leser erinnern sich: Herbert Weidenauer „entführte“ im Vorjahr kurzerhand einen Linienbus aus einer Betriebsgarage der Wiener Linien. Damit wollte der langjährige Buslenker und Gewerkschafter Sicherheitslücken aufzeigen, nachdem er mit seinen Warnungen bei der Geschäftsführung mehrfach abgeblitzt ist.

Selbstanzeige erstattet
Nach einer kleinen Runde stellte er das Fahrzeug unbemerkt in die Garage zurück, erstattete Selbstanzeige und überwies 100 Euro für den verbrauchten Sprit. Die völlig überraschten Verkehrsbetriebe reagierten pikiert. Geschäftsführerin Alexandra Reinagl unterstellte Weidenauer indirekt ein hohes Maß an krimineller Energie und die Gefährdung der Betriebssicherheit - wir berichteten.

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Wie dieser Fall zeigt, ist Insiderwissen sowie ein hohes Ausmaß an krimineller Energie notwendig, um einem Unternehmen bewusst Schaden zuzufügen und die öffentliche Sicherheit zu gefährden.

Alexandra Reinagl in ihrer Stellungnahme zur „Busentführung“ 

Der mittlerweile pensionierte Chauffeur wollte das nicht auf sich sitzen lassen und verlangte einen öffentlichen Widerruf. Das Wiener Handelsgericht kommt in seinem Urteil (nicht rechtskräftig) nun zum Schluss: Reinagls Äußerungen seien zwar überspitzt und polemisch formuliert gewesen. Weil Weidenauers Aktion selbst sehr provokant war, muss er sich das gefallen lassen.

Der Unterlegene muss die Prozesskosten von rund 3800 Euro tragen. Er überlegt noch, ob er das Urteil annehmen oder bekämpfen will. Für seinen „Busdiebstahl“ hat der Pensionist keine Konsequenzen zu befürchten. Der Staatsanwalt stellte das Verfahren rasch ein. Grund: Zu geringfügig.

Weidenauer beharrt aber weiterhin darauf, dass es sowohl bei den Betriebsgaragen als auch bei den Bussen Sicherheitsmängel gebe. Daher drängt er vehement auf einen Termin bei Öffi-Stadtrat Peter Hanke (SPÖ). Unterstützt durch die Fraktion der parteifreien Gewerkschafter.  

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