Unfassbar, dass so etwas überhaupt noch passieren kann. Weil ihr Kleinkind krank wurde, musste eine Mutter aus dem Hausruckviertel (OÖ) in Pflegeurlaub gehen. Doch ihrem Dienstgeber gefiel das gar nicht, er entließ die Frau. Sie ließ sich das nicht gefallen, ging zur Arbeiterkammer.
Die Arbeiterin, die in einem Handelsbetrieb beschäftigt war, wurde gekündigt, nachdem sie eine Pflegefreistellung für ihr erkranktes Kind in Anspruch nehmen musste. Der Grund des Arbeitgebers ist abstrus: Sie habe sich mit diesem „Verhalten“ illoyal gegenüber der Firma gezeigt.
Diskriminierung als Frau
Die Frau wollte sich das aber nicht gefallen lassen, wandte sich an die AK Oberösterreich. Diese intervenierte gegen die Diskriminierung aufgrund ihrer Rolle als Mutter beim Arbeitgeber. Die Firma erklärte dann, dass es anderen Gründe für Kündigung gab.
Vergleich wurde erzielt
Am Ende einigten sie sich auf einen Vergleich, um sich ein Gerichtsverfahren zu ersparen. „Zusätzlich zum Schadenersatz für die diskriminierende Beendigung war auch noch eine Kündigungsentschädigung fällig. In Summe erhielt die Frau mehr als 2800 Euro nachgezahlt“, so die AK in einer Aussendung.
Kein Einzelfall
„Das ist leider kein Einzelfall. In unseren Beratungen erfahren wir immer wieder von Diskriminierungen gegenüber Eltern. Obwohl das Gleichbehandlungsgebot alle Menschen unabhängig vom Geschlecht erfasst, sind mehrheitlich Frauen von Elterndiskriminierung betroffen“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.
Fristen nicht eingehalten
Auch arbeitsrechtliche Verstöße stehen bei der AK auf der Tagesordnung. Wie auch im Fall der Mutter aus dem Hausruckviertel. Sie wurde ohne Einhaltung der vorgesehenen Fristen gekündigt. Daher einigte man sich im Vergleich auch auf die Zahlung einer Kündigungsentschädigung. „Manche Arbeitgeber lassen jeglichen Respekt vor ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vermissen. Es ist wohl das Mindeste, dass Ansprüche, die aus einem Arbeitsverhältnis resultieren, ordnungsgemäß abgerechnet und ausbezahlt werden. Wo das nicht passiert, da helfen wir den Beschäftigten“, so der AK-Präsident.
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