„Der größte Kübel“

Scharfe Kritik an Bahnhof Bregenz und Ritsch

Vorarlberg
30.01.2024 14:55
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Die Bahn investiert in den kommenden fünf Jahren 600 Millionen Euro im Ländle. Auch der Bahnhof Bregenz steht auf der Umbauliste - doch da hakt es ein wenig. Denn noch ist nicht klar, wie der Bahnhof umgebaut werden soll. Das verärgert Landeshauptmann Markus Wallner ebenso wie Landesrat Daniel Zadra. Beide drückten sich am Dienstag ziemlich klar aus.

Es waren überdeutliche Worte, die Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) am Dienstag für Bürgermeister Michael Ritsch (SPÖ) fand. Eigentlich wollte Wallner gemeinsam mit Mobilitäts-Landesrat Daniel Zadra (Grüne) die künftigen Ausbauarbeiten des Vorarlberger Bahnnetzes präsentieren. Immerhin investieren die Österreichischen Bundesbahnen in den kommenden fünf Jahren knapp 600 Millionen Euro ins Ländle.

Doch dann kam die Sprache auf den Bregenzer Bahnhof - und die gute Stimmung war plötzlich dahin. Eigentlich hätte der neue Bregenzer Bahnhof „dieser Tage eröffnet“ werden sollen, doch „jetzt ist er immer noch der größte Kübel“, erklärte Zadra. Vermutlich spielte der Landesrat damit auf die zahlreichen Lücken im Dach des Baus an.

„Wo soll er nun hin?“
Wallner hatte dann auch schnell einen Schuldigen ausgemacht: „Die Diskussionen zum Bahnhof sind ärgerlich, das geht an Bürgermeister Ritsch. Es gab schon ein Projekt, das nicht umgesetzt wurde. Wir schauen da nicht mehr ewig zu, ich sage das ganz klar. Es wurde über Jahre nichts gemacht. Wir wollen von Bregenz wissen, wo der neue Bahnhof nun hinkommen soll.“ Auch bei den ÖBB selbst kommt der Bregenzer Bahnhof nicht mehr gut an, dieser sei ein „hässliches Entlein“, ließ ÖBB-Infrastrukturmanager Franz Hammerschmid wissen.

Die Kosten für einen eventuellen Umbau des Bregenzer Bahnhofs sind übrigens im Finanzplan der ÖBB noch immer enthalten - damit sofort mit den Arbeiten begonnen werden kann, sobald eine Entscheidung getroffen ist. Selbst wenn sich der tatsächliche Betrag ändern würde, sei das unproblematisch, versicherte Hammerschmid.

„Wahlkampfrede des Landeshauptmannes“
Bürgermeister Michael Ritsch meinte noch im vergangenen Jahr, dass er den Bahnhof lieber im Bereich Seestadt sehen würde. Im Frühjahr soll eine Entscheidung über den Standort fallen. Auf die Kritik Wallners entgegnet er: „Ich werde keine Wahlkampfreden des Landeshauptmannes kommentieren. Die politischen Entscheidungen in der Landeshauptstadt fallen bei der Stadtvertretersitzung am 21. März. Seit Monaten arbeiten viele Experten an einer Lösung. Der Lead für die Umsetzung liegt aber natürlich bei Land und ÖBB.“

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Vorarlberg
30.01.2024 14:55
Loading

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt