Nach der ersten Wahl im heurigen Jahr, jener des Pernersdorfer Gemeinderates, ist kein Stein auf dem anderen geblieben: Die neu gegründete „JAP“ von Joachim Amon hat vom Stand aus fünf Mandate kassiert - die Liste ist nun möglicher Mehrheits-Koalitionspartner sowohl für die geschwächten Parteien ÖVP als auch SPÖ. Die Verhandlungen laufen bereits.
Um den mit 24 Jahren jüngsten Bürgermeister Österreichs gab es, vor allem auch von der Landes-ÖVP forciert, einen großen Hype: Gerade das Alter stellte sich aber als ein Stolperstein heraus: Denn der Vorwurf mangelnder Erfahrung führte, wie berichtet, zu den Neuwahlen am vergangenen Sonntag, die der ÖVP drei von zwölf und der SPÖ zwei von sieben Mandaten kosteten.
Warum? Da sind sich alle drei Fraktionen einig: Zuviel Polit-Hickhack in der Vergangenheit.
Es heißt, dass Jugend in der Politik mehr mitreden soll. Da verstehe ich nicht, dass just dieses Argument aufs Tablet gekommen ist.
Ortschef Florian Hofmann, Jahrgang 1999
„Die Bevölkerung hat schon lange genug von Streitereien“
Die neu formierte Liste JAP kassierte fünf Mandate aus dem Stand, deren Gründer Joachim Amon ist nun als Koalitionspartner und somit auch eventueller neuer „Königsmacher“ im Spiel. „Lange Zeit gab es nur einstimmige Beschlüsse, bis der Streit nach Rücktritten in der Gemeindespitze begann“, analysiert er „Unzufriedenheit der Bevölkerung“ als Grund für seinen Wahlerfolg.
„Durchstarter“-Liste hat nun ein Koalitions-As im Ärmel
Die eigene Liste sieht er so: „Wir bestehen aus sechs Personen mit verschiedenen Grundsätzen, haben aber einen gemeinsamen Vorsatz: Dass man sich einerseits immer politisch auf Augenhöhe begegnet und andererseits stets zielgerichtet agiert.“ Ersteres habe er, Amon, in letzter Zeit fallweise nicht bei allen handelnden Personen beobachten können.
SPÖ und ÖVP gehen in Verhandlungen
„Es gibt einiges anzupacken“, ist Erwin Kasper von der SPÖ verhandlungsbereit. Bei Einigung mit der JAP wäre Bürgermeister Hofmann jedenfalls Vergangenheit. Pikant: Der Auszug der SPÖ war auch Grund für die Wiederholung der Wahl - und der jetzigen Mandats-Konstellation (ÖVP: 9, SPÖ: 5, JAP: 5). Bürgermeister Hofmann kommentiert das Pernersdorfer Wahlergebnis jedenfalls so: „Wenn sich zwei streiten, dann freut sich eben der Dritte.“
FPÖ wollte Liste „AfP“ für Wahl nicht akzeptieren
Ebenfalls angetreten ist die AfP (Alternative für Pernersdorf), die den Einzug in den Gemeinderat verpasste. Listenchef Wolfgang Breucker wäre gerne für die FPÖ angetreten - aber die Spitze der Bezirkspartei wollte ihn nicht haben, wie er im Gespräch mit der „Krone“ beklagt: „Das Argument war, dass alle von uns aus einem einzigen Ortsteil stammen.“
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