Wie so oft im Leben kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an. Das scheint nicht immer so leicht zu sein.
Arbeiterkammer, Gewerkschaft und Klimaschützer haben am 22. Jänner eine Pressekonferenz einberufen, in der sie eine „Hitzefrei“-Regelung für alle Branchen (gibt es derzeit nur am Bau) forderten. An diesem Tag zeigte das morgendliche Thermometer minus acht Grad in der Westeinfahrt. Selbst zu Mittag näherten sich die Temperaturen kaum der Frostgrenze.
Da schmetterte der Vorsitzende der Bau-Holz Gewerkschaft Josef Muchitsch mit klangvoller Stimme den Eiszapfen an den Fenstern entgegen: „Arbeiten unter Hitze macht krank.“ Das Arbeitsrecht müsse jetzt „klimafit“ werden, denn auch Beschäftigte in Landwirtschaft und Tourismus seien schädlicher UV-Strahlung ausgesetzt. Zunächst galt für krankmachende Plackerei eine Grenze von 35 Grad, dann schraubte der Gesetzgeber den Wert auf 32,5 Grad herunter.
Zur Ehrenrettung von Muchitsch & Co. sei gesagt: Der Pressetermin war laut den Beteiligten bewusst im Winter angesetzt, weil neue Vorschriften eine Vorlaufzeit brauchen, bis sie in Kraft treten. Von der Bundesregierung konnte sich dennoch keiner für die Hitzefrei-Idee erwärmen. Zumindest bis jetzt.
Was aber folgt, wenn Jahreszeiten für Politforderungen keine Rolle mehr spielen? Wird dann der Wiener Gemeinderat im Juli über Schneeräumung diskutieren? Wie gesagt: Auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an. Unsere Kasperln der Woche.
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