2023 verlief für die Vorarlberger Feuerwehren deutlich ruhiger als das Jahr davor. Insgesamt wurden 5496 Einsätze gezählt - das sind immerhin 872 weniger als 2022.
Trotz der gesunkenen Einsatzzahlen bleibt es beeindruckend, was die rund 6600 ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männer auch im Vorjahr geleistet haben. Im Mittel wurden pro Tag 15 Alarmierungen gezählt, je Ausrückung waren im Schnitt 13 Feuerwehrleute im Einsatz. Würde man diese freiwilligen Dienstleistungen mit einem moderaten Stundenlohn von 40 Euro verrechnen, müssten rund 4,1 Millionen Euro dafür aufgewendet werden.
Grundlagenarbeit
Mit dem Blick auf die bloßen Einsatzzahlen wird man der Leistung der Floriansjünger aber nicht gerecht. Denn vom zeitlichen Gesamtaufwand sind nur 20 bis 30 Prozent auf Einsätze zurückzuführen: „Die meiste Zeit investieren die Feuerwehren in Ausbildung, die technische Ausrüstung und deren Wartung sowie in Verwaltungsaufgaben“, erklärt Landesfeuerwehrinspektor Herbert Österle, der betont wissen will, dass die Feuerwehren ohne diese Grundlagenarbeit ihrer Schutzfunktion nicht wahrnehmen könnten.
Von den rund 5500 Ausrückungen entfielen knapp 40 Prozent auf Brände, der große Rest waren sogenannte technische Einsätze - etwa bei Wetterkapriolen. Besonders gefordert waren die Feuerwehren in den Monaten August (657), Dezember (639) und Mai (567).
Weniger Naturkatastrophen
Dass 2023 weniger Einsätze gezählt wurde, hing damit zusammen, dass Vorarlberg erfreulicherweise von Naturkatastrophen weitgehend verschont geblieben ist. Dafür gab es leider bei einem Brand ein Todesopfer zu beklagen - „das schmerzt uns sehr“, so Österle.
Neben einer sehr guten technischen Ausrüstung ist das Personal von entscheidender Bedeutung, damit Großbrände derart erfolgreich bekämpft werden können.
Landesfeuerwehrinspektor Herbert Österle
Beim genaueren Blick auf die Statistik fällt auf, dass die Feuerwehrleute viele „leere Kilometer“ abspulen mussten. So hat es beispielsweise bei den über 2100 Brandeinsätzen nur bei rund der Hälfte der Fälle tatsächlich gebrannt - 314 Mal löste die Brandmeldeanlage aufgrund eines technischen Effekts einen Fehlalarm aus, in 729 Fällen handelte es sich um einen sogenannten „Täuschungsalarm“ und 27 Mal wurde der Alarm böswillig ausgelöst.
Als Beispiele für die gute Arbeit der Feuerwehren nennt Österle die Großbrände in Sulz (31. Juni) und Koblach (6. November). Beide Fälle waren von der Gemengelage überaus herausfordernd, in beiden Fällen haben jeweils vier Feuerwehren perfekt zusammengearbeitet - und in beiden Fällen gelang es, alle Bewohner zu retten und den Sachschaden in Grenzen zu halten. „Neben einer sehr guten technischen Ausrüstung ist das Personal von entscheidender Bedeutung, damit Großbrände derart erfolgreich bekämpft werden können“, ist der Landesfeuerwehrinspektor stolz auf seine Truppe.
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