Do, 17. Jänner 2019

Scherz mit Folgen

21.05.2012 12:54

Klaps auf Minister-Glatze: Sperre für Dragovic?

Nach dem seltsamen Scherz, den sich ÖFB-Teamverteidiger Aleksander Dragovic nach dem gewonnenen Pokal-Endspiel des FC Basel im Siegestaumel mit Verteidigungsminister Ueli Maurer erlaubt hat, blüht dem Ex-Austrianer ein Nachspiel. Auch wenn Maurer selbst den Vorfall als "Bagatelle im jugendlichen Übermut" herunterspielt, droht Dragovic wegen seines leichten Schlages auf die Glatze des Ministers jetzt ein Disziplinarverfahren samt einer Sperre für zwei Spiele, wie der "Blick" berichtete.

Dieses respektlose Verhalten "könnte für den übermütigen FCB-Flegel bittere Folgen haben. Dem Ösi droht ein Disziplinarverfahren", schrieb der "Blick", der auf seiner Homepage auch die TV-Bilder vom Dragovic-Vergehen zeigte. Double-Gewinner Basel bemühte sich um Schadensbegrenzung und entschuldigte sich bei Maurer, der die Attacke locker nahm. "Das war eine Bagatelle im jugendlichen Übermut", wurde der 61-jährige Minister zitiert.

Trotzdem droht Dragovic eine Sperre für zwei Matches, denn in der Rechtspflegeordnung des Schweizer Fußball-Verbandes heißt es in Artikel 13 in puncto Verhaltensgrundsätze für Spieler: "Gegen diese Grundsätze verstößt, wer sich beleidigend verhält oder in anderer Weise elementare Anstandsregeln verletzt" bzw. "wer vorsätzlich in die körperliche Integrität einer anderen Person eingreift".

"Blick" spricht von einer "Sauerei"
Dragovic war bereits Ende April bei der spontanen Meisterfeier der Basler unangenehm aufgefallen, als er einen Feuerwerkskörper abgebrannt hatte. "Dass aber Dragovic den volksnahen Bundesrat Ueli Maurer veräppelt und mit Schlägen in seiner körperlichen Integrität verletzt, ist eine Sauerei. Selbst wenn er nicht gewusst haben will, dass da ein Magistrat vor ihm steht", echauffierte sich der "Blick" in einem Kommentar zur "Watschn-Affäre".

Auch Parlamentarier empört
Auch einige Schweizer Parlamentarier fanden den Scherz gar nicht witzig: "Ich finde das daneben und rücksichtslos. Man darf weder einen Bundesrat noch eine andere Person schlagen. Solche Übergriffe haben nichts mit Fußball zu tun", zitierte der "Blick" etwa Nationalrätin Chantal Gallade.

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