2 Jugendliche in Haft

Alarm in D: Anschlag auf Weihnachtsmarkt geplant?

Ausland
29.11.2023 20:20

Die Polizei hat in den deutschen Bundesländern Nordrhein-Westfalen (NRW) und Brandenburg zwei Jugendliche festgenommen, die einen islamistischen Terroranschlag geplant haben sollen. Wie am Mittwoch aus Sicherheitskreisen verlautete, sollen sich der 15-jährige Hauptbeschuldigte und ein 16-Jähriger über die Absicht, einen Anschlag auf vermeintliche „Ungläubige“ zu verüben, ausgetauscht haben. Als mögliche Ziele soll der 15-Jährige aus NRW unter anderem eine Synagoge und einen Weihnachtsmarkt ins Auge gefasst haben. 

Dabei sollen sich die Jugendlichen laut NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) auf einen bestimmten Weihnachtsmarkt als Anschlagsziel verständigt haben.

In Chat-Gruppe über Anschlagspläne geschrieben
„Ein junger Mann hat in einer Chat-Gruppe über Anschlagspläne geschrieben. Am Ende hat man sich auf einen ganz konkreten Anschlagsplan auf einen Weihnachtsmarkt verständigt. Es wirkte sehr konkret“, sagte der CDU-Politiker am Mittwochabend. Der Hinweis auf die Jugendlichen sei aus dem Ausland gekommen.

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Ein junger Mann hat in einer Chat-Gruppe über Anschlagspläne geschrieben. Am Ende hat man sich auf einen ganz konkreten Anschlagsplan auf einen Weihnachtsmarkt verständigt. Es wirkte sehr konkret.

Herbert Reul (Bild: APA/AFP/Ina FASSBENDER)

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU)

Konkretes Datum für Anschlag genannt
Wie aus Sicherheitskreisen am Mittwochabend verlautete, soll das mutmaßliche Anschlagsziel ein Weihnachtsmarkt in Leverkusen gewesen sein. Darüber berichteten auch RTL West und der WDR. Außerdem, so hieß es, sei die Ernsthaftigkeit der Pläne zunächst unklar gewesen. Da der 15-Jährige jedoch vor Kurzem ein konkretes Datum und einen öffentlichen Platz genannt haben soll, griff die Polizei am Dienstag sicherheitshalber zu.

Das Amtsgericht Leverkusen verhängte am Mittwoch U-Haft über den 15-Jährigen. Ihm werden Planung und Vorbereitung eines islamistischen Terroranschlags vorgeworfen. Laut Reul ist er Deutsch-Afghane. Er war demnach am Dienstag in Burscheid festgenommen worden.

Zu dem in Brandenburg festgenommenen 16-Jährigen teilte das dortige Innenministerium mit, es handle sich um einen Jugendlichen russischer Staatsangehörigkeit, der unter dem konkreten Verdacht stehe, einen Anschlag vorbereitet zu haben. Die Festnahme erfolgte demnach in der Kleinstadt Wittstock/Dosse im Nordwesten Brandenburgs.

16-Jähriger gilt als waffenaffin
Der Hinweis sei aus Verfassungsschutzkreisen aus Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gekommen. Ob auch er in Untersuchungshaft kam, ist noch unklar. Nach „Tagesspiegel“-Informationen gilt der 16-Jährige als waffenaffin. Er und sein Bruder seien extrem gewaltbereit. Bei der Festnahme hatte er dem „Tagesspiegel“ zufolge ein Messer dabei.

Nach WDR-Informationen soll der in NRW festgenommene 15-Jährige in einem auf Telegram verbreiteten Video einen Terroranschlag in Deutschland für Freitag (1.12.), angekündigt haben. Beide Jugendlichen gelten nach WDR-Informationen als Sympathisanten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Erinnerungen an Anschlag 2016
Dass die beiden Jugendlichen einen Weihnachtsmarkt ins Auge gefasst haben sollen, erinnert an den Anschlag am 19. Dezember 2016 auf dem Breitscheidplatz in Berlin. Damals war ein islamistischer Terrorist in einem entführten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt gefahren. Durch die Tat starben insgesamt 13 Menschen, einer von ihnen Jahre später an den Folgen.

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