Sa, 20. Oktober 2018

Morde in Frankreich

20.03.2012 21:43

Alle 7 Opfer starben durch aufgesetzte Kopfschüsse

Der siebenfache Todesschütze von Südfrankreich ist bei seinen Taten offenbar äußerst brutal und kaltblütig vorgegangen. Wie die Polizei am Dienstag meldete, ergab die Obduktion, dass der Unbekannte alle sieben Opfer mit aufgesetzten Kopfschüssen förmlich hingerichtet hat. Unterdessen rückte der Staatsanwalt von seiner These ab, dass der Täter offenbar ein Neonazi aus Armeekreisen sei.

Die Tatwaffe sei bei allen Morden erwiesenermaßen dieselbe gewesen: ein Colt 45 vom Kaliber 11,43 Millimeter. Alle sieben Opfer an den drei Tatorten seien mit einem "aufgesetzten Kopfschuss" getötet worden, so Staatsanwalt Francois Molins, also auch die drei Kinder vor der jüdischen Schule. Sie waren drei, sechs und acht Jahre alt.

Video-Aufzeichnungen von insgesamt 6.800 Stunden Länge würden nun ausgewertet, Hunderte Zeugenaussagen überprüft. Die auf Terrorismusfälle spezialisierte Pariser Staatsanwaltschaft zwei Ermittlungsrichter nach Toulouse geschickt. Sie sollen die Arbeit der rund 200 Fahndungsbeamten an Ort und Stelle koordinieren. "Trotz allem, was geschrieben wurde, haben wir zum Beispiel immer noch keinen Hinweis auf das Kennzeichen des Motorrollers", sagte Molins.

Spur zu Neonazi-Soldaten ist "kalt"
Die Spur zu Soldaten, die "mehr oder weniger" der Neonazi-Szene nahestehen, werde bei den Ermittlungen nicht mehr bevorzugt verfolgt, hieß es am Dienstag aus Polizeikreisen. Noch in der Früh hatte Innenminister Claude Gueant bei der Tätersuche von Soldaten mit Neonazi-Ansichten gesprochen, "die aus der Armee entlassen worden sein und Rachegedanken haben könnten". Das Magazin "Le Point" hatte über Neonazis im 17. Fallschirmjägerregiment berichtet, zu dem zwei Todesopfer des Attentäters gehörten. Die Wochenzeitung "Canard enchaine" hatte schon 2008 ein Foto von drei Soldaten des Regiments abgedruckt, die eine Hakenkreuzfahne halten und den Hitlergruß zeigen.

Die Neonazi-Hypothese war in Betracht gezogen wiorden, weil der Serienmörder vor dem Blutbad an der jüdischen Schule drei Soldaten nordafrikanischer Abstammung getötet hatte.

Juden und Muslime demonstrieren Geschlossenheit
Juden und Muslime in Frankreich wollen angesichts der Anschlagserie Geschlossenheit demonstrieren. Sie planen am Sonntag einen gemeinsamen Schweigemarsch in Paris. Der Vorsitzende des Verbands der Muslime Frankreichs, Mohammed Moussaoui, warnte im Anschluss an einen Empfang bei Präsident Nicolas Sarkozy für die Vorsitzenden der jüdischen und muslimischen Glaubensgemeinschaften vor voreiligen Spekulationen. Sarkozy habe betont, im Kampf gegen den Hass müssten alle zusammenstehen, sagte Moussaoui dem TV-Sender BFM.

Die am Montag erschossenen Kinder und ihr Lehrer werden am Mittwoch in Jerusalem beerdigt. Das kündigte das israelische Außenministerium am Dienstag an. Eine Maschine der israelischen Fluggesellschaft El Al mit den Särgen an Bord werde um 4.20 Uhr MEZ in Tel Aviv erwartet. Vom Flughafen Ben Gurion würden die Särge nach Jerusalem gebracht, wo um 8 Uhr die Beisetzung vorgesehen sei.

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