11.01.2012 08:30 |

"Krone"-Interview

Stefan Petzner: "Viele nehmen mich als Celebrity wahr"

Ob mit "Solariumsreden" im Parlament, einem Führerscheinentzug oder emotionalen Auftritten: Kaum ein Politiker aus Kärnten polarisiert so stark wie der BZÖ-Abgeordnete Stefan Petzner, der sich aus dem Schatten seines verstorbenen "Lebensmenschen" Jörg Haider zu lösen versucht und neuerdings als Hypo-Aufdecker der Nation tatsächlich ein bisserl Schwung in die Causa bringt.

"Krone": Sie sind einer der wenigen Politiker, die in Sachen Hypo nicht aufgeben wollen.
Stefan Petzner: Mir geht's darum, dass die Bank und Kärnten zu Unrecht kriminalisiert werden.

"Krone": Woher wollen Sie wissen, dass das zu Unrecht ist?
Petzner: Durch meine Vergangenheit als rechte Hand Jörg Haiders. Für mich ist völlig klar, dass die Verstaatlichung ein teurer Fehler war – das war eine deutsche Bank und die Bayern als Eigentümer haben den österreichischen Steuerzahlern ihre Pleite aufgehalst. So was gab's noch nie!

"Krone": Kärntens Haftungen ...?
Petzner: ... wären nie schlagend geworden. Erst hätte Bayern Konkurs anmelden müssen, weil es eine Konzernhaftung gibt. Und das werde ich rechtlich beweisen.

"Krone": Schön. Und dann?
Petzner: Was dann?

"Krone": Was nutzt die Erkenntnis mitten in der Bankenkrise?
Petzner: Ich bin ein Gerechtigkeitsfanatiker. Es geht um die Wahrheit. Und um viel Geld für den Steuerzahler – beim Sparpaket wird von Millionen hier und da geredet, bei der Hypo geht es um drei, vier, fünf Milliarden, welche die Republik verlieren wird!

"Krone": Manche sagen, der Petzner will sich bloß als Pseudo-Aufdecker wichtig machen.
Petzner: Nein. Aber in Sachen Hypo fragen viele um meine Meinung, sogar der CSI-Chef Peschorn ist dabei.

"Krone": Aber Sie suchen schon gerne die Öffentlichkeit?
Petzner: Die sucht eher mich.

"Krone": Bitte, Sie sind einer von 183 Abgeordneten, wollen aber viel Aufmerksamkeit.
Petzner: Ich bekomme sie einfach. Vielleicht, weil ich anders bin. Nicht stromlinienförmig. Viele nehmen mich nicht als Politiker, sondern als Celebrity wahr. Es gibt eben nur einen Petzner!

"Krone": Das haben sich viele bei Ihrem emotionalen Auftritt nach dem Tod Haiders auch gedacht. Sie haben ihn als Lebensmenschen bezeichnet.
Petzner: Ich war emotional. Das haben einige anerkannt. Vieles wurde aber völlig falsch interpretiert und gedeutet.

"Krone": Ihre alte Partei wollte Sie damals schnell loswerden.
Petzner: Ja, die Parteiführung damals hat klar den Auftrag erteilt, jede Kellerakte durchzuschauen, ob was gegen den Petzner zu finden ist. Aber da bin ich wirklich stolz auf mich – im Gegensatz zu meinen ehemaligen Weggefährten von Scheuch bis Grasser ist bei mir nichts zu finden. Ich war nie korrupt, habe mich nie bereichert, egal, was man mir sonst vorwerfen mag.

"Krone": Etwa, dass Sie rasen und ohne Führerschein fahren ...
Petzner: Die Republik sollte andere Sorgen haben!

"Krone": ... und angeklagt wurden?
Petzner: Weil ich einen Auftrag umgesetzt habe, musste ich 38.000 Euro zahlen. Aber das passt schon, ich übernehme die Verantwortung.

"Krone": Sie werden erst 31, sind aber lange in der Politik. Wo sehen Sie ihre Zukunft?
Petzner: Ich wollte nie was werden, bin immer gemacht worden. Schauen wir, was passiert.

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