19.05.2005 16:59 |

Ein Fünftel zerstört

Regenwald-Abholzung schneller denn je

Entgegen allen Warnungen von Umweltaktivisten geht das Abholzen des Regenwaldes im Amazonas munter weiter. Nach Angaben des brasilianischen Umweltministeriums sind allein in den vergangenen 12 Monaten 26.000 Quadratkilometer Regenwald gerodet worden – das ist fast ein Drittel der Fläche Österreichs.

Die schlimmsten Rodungen fanden im Staat Mato Grosso statt. Experten machen den verstärkten Anbau von Soja für den Verlust des Waldes verantwortlich. Der Export von Soja brachte Brasilien ein Rekordplus in der Außenhandelsbilanz, berichtet BBC-Onlin.

Ein Fünftel des gesamten Amazonas-Regenwaldes ist nun endgültig zerstört, berichten die Medien. Die Umweltorganisation Greenpeace, die sich für den Erhalt des Regenwaldes einsetzt, nannte den Gouverneur von Mato Grosso wörtlich den "König der Rodung". Die Umweltaktivisten werfen der Regierung vor, Exporte vor dem Erhalt der Umwelt zu stellen. Die brasilianische Regierung argumentiert indessen, dass mit Hilfe von Satelliten das größte Naturschutzgebiet überwacht werde. Allerdings ist das, was davon übrig blieb, ein matter Abklatsch dessen, was eigentlich schützwürdig ist.

Wissenschaftler fürchten, dass mit dem Verschwinden des Regenwaldes auch der CO2-Ausstoß Brasiliens rapide ansteigen wird, da der nicht mehr vorhandene Wald auch kein CO2 mehr bindet. Hingegen steigen die Emissionen durch Brandrodung rapide an. Alle drei der größten Regenwald-Regionen der Erde, im Amazonas, im Kongo und auf der Insel Neuguinea, sind massiv gefährdet. Die instabile politische Lage im ehemaligen Zaire und in der Republik Kongo machen einen umfassenden Schutz der Regenwälder im Kongogebiet unmöglich. Erst diese Woche forderte ein Abgesandter Papua Neuguineas bei einer UN-Konferenz zum Klimaschutz finanzielle Hilfe für den Schutz der Regenwälder.

Quelle: pte